Bei ihrem Hilfseinsatz im Corona-Hochrisikogebiet Portugal setzen die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auch auf Apps zum Übersetzen und Nachschlagen. Damit die Kommunikation mit den Gastgebern im Hospital da Luz in Lissabon auch reibungslos klappt, wird schon mal ins Handy getippt, um etwa die korrekte Übersetzung von Fachbegriffen zu finden. Ein deutscher Militärarzt schaute sich zum Beispiel am Freitag bei einem Pressetermin die Wikipedia-Erklärung für «Tegument» an. Kaum ein Laie wird wissen, dass es sich um eine Hüllstruktur von Viren handelt.
Presseoffizier Kieron Kleinert erzählte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, mit der Kommunikation klappe es trotz der Sprachbarriere gut. Zwei Mitglieder sprächen Portugiesisch und auch im Krankenhaus gebe es mehrere Mitarbeiter, die Deutsch könnten, so der Oberstleutnant. Der Rest laufe auf Englisch. Kleinert betonte, der Empfang durch die Portugiesen sei sehr herzlich gewesen. Einige Passanten hätten sich vor dem Krankenhaus spontan bedankt und um Selfies mit den Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland gebeten.
Die acht Ärzte und 18 Pfleger waren von Wunstorf in Niedersachsen aus am Mittwoch in das im Kampf gegen die Pandemie strauchelnde Land geflogen. Am Freitag fand im Hospital ein vorbereitender Besuch statt, bei dem sich die Deutschen unter anderem mit der Ausrüstung und dem Personal der modernen Klinik vertraut machen konnten. Nächste Woche sollen sie mit der Behandlung von Covid-Patienten beginnen. Während ihres dreiwöchigen Einsatzes sollen sich die Soldaten um Patienten kümmern, die aus den völlig überlasteten öffentlichen Krankenhäusern in das private Spital verlegt werden.
Die Corona-Lage in Portugal ist zurzeit verheerend. Kaum irgendwo wurden zuletzt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Neuinfektionen und mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gemeldet, wie das von der Oxford University unterstützte Portal «Our World in Data» zeigt. Nach Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal zuletzt binnen 14 Tagen 1652 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Damit liegt Portugal vor Spanien (1036) an der Spitze der 30 erfassten Länder. Für Deutschland betrug dieser Wert gut 218.
(dpa)