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Arbeitsagentur warnt vor größerem Fachkräftemangel durch Corona

06:36
05.02.2021
Die Bundesagentur für Arbeit warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels in Deutschland durch die Corona-Pandemie. «Corona verschärft die demografische Entwicklung: Unserer alternden Gesellschaft stehen noch weniger Fachkräfte zur Verfügung», sagte der Behördenchef Detlef Scheele der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag). «Wenn wir die Pandemie überstanden haben, wird sich der Mangel an Fachkräften verstärkt zurückmelden.»

Hauptgrund dafür sei, dass in der Krise viel weniger qualifizierte Fachkräfte nach Deutschland zugewandert seien. «Es kommen viel zu wenige Arbeitskräfte nach Deutschland», sagte Scheele. «Wegen Corona ist die EU-Zuwanderung deutlich zurückgegangen.»

Auch das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz könne noch nicht greifen. Es werde länger dauern, diese Lücke zu schließen. «Deutschland braucht langfristig netto jährlich eine Zuwanderung von 400 000 Menschen, damit der Arbeitsmarkt im Gleichgewicht bleibt», sagte Scheele. «Im vergangenen Jahr dürften wir mit 200 000 bis 250 000 Menschen deutlich darunter liegen.»

(dpa)

Wirtschaft fordert Öffnungsperspektive - Ruf nach «Wirtschaftsgipfel»

06:06
05.02.2021
Wirtschaftsverbände werden angesichts des wochenlangen Corona-Lockdowns zunehmend ungeduldig und verlangen von Bund und Ländern eine klare Öffnungsperspektive. Viele Unternehmer stünden wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand und zehrten angesichts massiver Ertragseinbußen von ihren Reserven, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. «Gerade sie warten dringend auf eine klare und an nachvollziehbaren Kriterien ausgerichtete Öffnungsperspektive.» Ein Wiederhochfahren sei nicht per Knopfdruck möglich, sondern müsse sorgfältig vorbereitet werden.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) als Spitzenverband der Immobilienwirtschaft forderte, einen «Wirtschaftsgipfel» einzuberufen. Der ZIA begrüßte die stufenweise Öffnungspläne, wie ihn die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits entwickelt hätten. «Jeder Monat Lockdown kostet 34 Milliarden Euro. Trotz aller Wirtschaftshilfen gilt: Öffnungen sind die besten Hilfen», so ZIA-Präsident Andreas Mattner.

Bund und Länder wollen am 10. Februar über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Bei ihren Beratungen am 19. Januar hatten sie beschlossen, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis Mitte Februar zu verlängern. Restaurants und Bars, Freizeiteinrichtungen sowie viele Geschäfte bleiben zumindest bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Bund und Länder hatten aber zugleich vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine «sichere und gerechte» Öffnungsstrategie erarbeiten soll.

Mattner kritisierte eine einseitige Fixierung auf einen Corona-Inzidenzwert von 50. Dabei geht es um die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. «Es muss möglich sein, dass auch bei höheren Inzidenz-Grenzwerten das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben verantwortungsvoll wieder hochgefahren wird.» Daher sollte eine Öffnung auch bei einem Inzidenzwert von über 50 möglich sein, solange eine Belegung von unter 4000 Betten auf den Intensivstationen gegeben sei.

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand forderte, die Öffnungsstrategie dürfe nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden. «Sie muss die Expertise der mittelständischen Betriebe und ihrer Verbände entscheidend berücksichtigen und sowohl die Erfahrung mit der Pandemie wie die gesellschaftlichen Debatten einbeziehen.»

Die Risiken eines «fehlgeschlagenen Hochfahrens» seien beachtlich, hieß es weiter. Kleine und mittlere Unternehmen seien die zentrale Stütze der deutschen Volkswirtschaft. «Das situative politische Handeln muss durch eine mittel- bis langfristig tragfähige Strategie ersetzt werden, die sich an realistischen und fundierten Indikatoren orientiert. Verlässlichkeit und Praxistauglichkeit sind dabei entscheidend.»

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand sind etwa der Bundesverband der Freien Berufe, der Handelsverband Deutschland, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Die Verbände repräsentieren Millionen von Unternehmen.

(dpa)

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