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Großbritannien: Mehr als zehn Millionen Erstimpfungen

16:12
03.02.2021
In Großbritannien haben inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das Vereinigte Königreich liegt damit weit vor allen anderen Ländern in Europa.

Anders als die EU musste Großbritannien jüngst keine Reduzierung seiner Liefermengen beim heimischen Astrazeneca-Impfstoff hinnehmen. Großbritannien verfolgt zudem eine andere Impfstrategie als viele andere Länder. Dort wird die zweite Impfdosis erst nach bis zu zwölf Monaten verabreicht. Das hat laut neuen Untersuchungen von Astrazeneca aber keine negative Auswirkung auf die Wirksamkeit des Impfstoffs. Demnach lasse die Schutzwirkung zwischen dem 22. und dem 90. Tag der nach der ersten Impfdosis nicht nach. Sie wird für diesen Zeitraum vom Hersteller mit 76 Prozent abgegeben.

Die Erstimpfung soll ersten Erkenntnissen zufolge auch gegen die Übertragung des Coronavirus wirken. PCR-Tests bei einer zufälligen Stichprobe aus entsprechend Geimpften in Großbritannien hätten gezeigt, dass der Impfstoff die Übertragung um rund 67 Prozent verringere, sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zuvor war nur die Wirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

(dpa)

Virusvarianten breiten sich in Deutschland aus

16:00
03.02.2021
Angesichts der deutlichen Ausbreitung wohl hochansteckender Corona-Varianten in Deutschland arbeiten die Behörden unter Hochdruck an einem Überblick über die Lage. Anfang kommender Woche soll es eine offizielle Übersicht über die tatsächliche Ausbreitung dieser Mutationen geben, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin bekräftigte. Die Varianten stehen im Verdacht, auch besonders gefährlich zu sein.

Experten gehen davon aus, dass die Mutanten bereits weiter verbreitet sind als bekannt. Allein in Köln wurden bis Dienstag 114 Fälle der mutierten britischen Virus-Variante und 52 Fälle der südafrikanischen Variante nachgewiesen, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte.

Bundesweit gibt es seit Tagen immer wieder Meldungen über Nachweise von Varianten - zuletzt beispielsweise in der Altmark in Sachsen-Anhalt, im sächsischen Vogtlandkreis, in Cottbus, dem Landkreis Elbe-Elster, in Delmenhorst, im Kreis Mainz-Bingen, im Kreis Rhein-Hunsrück, im Kreis Germersheim und im Kreis Trier-Saarburg.

Im Landkreis Tirschenreuth wurden als Ursache für einen besonders hohen Corona-Inzidenzwert Mutationen vermutet, da in es in Nachbarlandkreisen bereits entsprechende Varianten gebe. 40 Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen verteilten sich dort über den ganzen Landkreis.

Experten gehen auch davon aus, dass eine umso schnellere Ausbreitung der Mutationen droht, je früher es Lockerungen beim Lockdown gibt. Anders als in Großbritannien hatten Behörden und Virologen in Deutschland bisher nicht engmaschig nach den Varianten gesucht. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, die Virus-Analysen auf Mutationen hin - sogenannte Sequenzierungen - würden derzeit deutlich ausgeweitet und das Robert Koch-Institut wolle die Daten in Kürze veröffentlichen.

In Großbritannien ist die Variante B.1.1.7 inzwischen in den bei weitem meisten untersuchten Proben zu finden. Noch im Herbst war ihr Anteil verschwindend gering.

Zugleich erregen weitere neue Mutationen die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern. So gibt es etwa bei der britische Variante eine zusätzliche Mutation, von der angenommen wird, dass sich die Menschen damit trotz Impfungen oder bereits erfolgten Infektionen leicht anstecken können. Es ist die Mutation E484K. «Das Virus entkommt dem Immunsystem einfacher», sagte der Virologe Alexander Kekulé dazu der Deutschen Presse-Agentur.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Vortag in einem ARD-Interview gesagt: «Das einzige Risiko, was wir im Augenblick haben, ist das, dass uns die Mutation aus Großbritannien oder Südafrika einen Strich durch die Rechnungen machen könnte, weil die sehr viel aggressiver ist.» Sie sagte: «Jeder Tag zählt jetzt.»

(dpa)

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