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"Britische Mutation" entkommt Immunsystem einfacher

12:53
03.02.2021
Die nun auch in Großbritannien aufgetauchte Mutation E484K stärkt das Coronavirus nach Angaben des Virologen Alexander Kekulé gegen die Abwehrmechanismen im Körper. «Das Virus entkommt dem Immunsystem einfacher», sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Mutation betrifft wie auch andere Mutationen das sogenannte Spike-Protein, das dem Coronavirus die kronenhafte Form verleiht.

Antikörper seien aber deutlich weniger wirksam gegen die E484K-Variante, sagte Kekulé mit Verweis auf Angaben aus Brasilien und bislang weniger belastbare Berichte aus Südafrika. «Das Virus wird schlechter neutralisiert.» Wer nach einer Corona-Infektion Antikörper gebildet habe, könne an Viren mit der E484K-Mutation leichter als am herkömmlichen Coronavirus ein zweites Mal erkranken. Die gute Nachricht sei aber, dass die Krankheitsverläufe dann in der Regel milder seien. «Wir haben dann zwar nicht das volle Sortiment, das das Virus abfängt», erklärte der Mediziner. «Aber wir können es bremsen.»

Die Gefahr einer Erkrankung bestehe bei E484K zwar auch nach einer Impfung, sagte Kekulé. Die mRNA-Impfstoffe böten aber deutlich besseren Schutz als eine natürliche Immunreaktion. Wie stark der Schutz durch die Impfstoffe bei E484K sinke, wisse man noch nicht, sagte der Virologe. «Vielleicht geht die Wirksamkeit nur von 95 auf 90 Prozent zurück.» Er sei sich aber sicher, dass spätestens im Herbst neue Impfstoffvarianten nötig würden.

Dass das Virus unabhängig an verschiedenen Orten die Mutation E484K gebildet habe, spreche dafür, dass diese einen Vorteil für das Virus habe, erklärte Kekulé. Aus seiner Sicht wäre es daher hilfreich, jetzt schnell die Risikogruppen einmal zu impfen. «Damit wir das Virus überholen.» Die offiziellen Empfehlungen des Ständigen Impfkommission sehen aber eine zweifache Impfung pro Person vor.

(dpa)

Tübingens OB geht mit Notärztin Federle eigenen Schnelltest-Weg

12:52
03.02.2021
Notärztin Lisa Federle und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wollen für Tübingen ein eigenes Schnelltest-System an Schulen aufbauen. «Unser Ziel sind regelmäßige Schnelltests zwei bis drei Mal pro Woche an allen Kitas und den Abschlussklassen aller Schulen in der Stadt», sagte Palmer am Mittwoch in Tübingen. Zum richtigen Umgang mit den neuen Schnelltests im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen die Lehrer geschult werden. Schüler und Lehrer, die es sich nicht zutrauen, den Schnelltest in der Schule zu machen, bekommen Federle zufolge das Angebot, kostenlose Schnelltests beim Arztmobil machen zu lassen. Das Mobil steht fünfmal die Woche auf dem Tübinger Marktplatz.

Laut Palmer stehen rund 100 000 Euro für den Aufbau dieser neuen Strategie zur Verfügung. Rund 20 000 Tests seien bestellt worden, sagte Federle. Die Aktion werde nächste Woche starten. Mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sei sie sich einig, dass das Tübinger Konzept landesweit ausgeweitet werden soll - auch auf andere Berufsgruppen wie beispielsweise Polizisten und Verkäufer.

Den Plan von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne), Schnelltests bei Lehrern, Erziehern und Kindern nur bei Symptomen anzuwenden, hält auch Palmer für nicht ausreichend. «Er lässt die Lücke der symptomfreien Zeit. Wir wollen in Tübingen weiter gehen».

Lehrer, Erzieher und Kinder an Schulen und Kitas sollen laut Lucha bei Symptomen eine Selbsttestung zu Hause vornehmen. Bei positivem Testergebnis sollten sie der jeweiligen Einrichtung fernbleiben, sagte der Grünen-Politiker. Dadurch könnte die geplante Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten nach den Faschingsferien mit einer erweiterten Teststrategie begleitet werden.

(dpa)

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