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Handwerk fordert Stufenplan für Ausstieg aus dem Lockdown

12:11
02.02.2021
Vom Lockdown betroffene Handwerksbetriebe im Südwesten sollen nach dem Willen ihrer Kammern eine klare Perspektive für die Wiederöffnung bekommen. Der Handwerkstag legte dafür am Dienstag einen Vorschlag für einen Stufenplan vor, der sich am Infektionsgeschehen in den Regionen orientiert.

So sollen etwa auch Anbieter sogenannter körpernaher Dienstleistungen wie Friseure unter Einhaltung eines Hygienekonzepts wieder öffnen dürfen, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen unter 100 sinkt. Bei einer Inzidenz von unter 50 soll «das gesamte außerbetriebliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot in Präsenz bei reduziertem Regelbetrieb zulässig sein», also zum Beispiel Berufsschulen. Wenn möglich sollen in Bildungsstätten des Handwerks tägliche Schnelltests angeboten werden, sobald das rechtlich möglich sei.

«Die Lage für die 45 000 von den Schließungen direkt oder mittelbar betroffenen Handwerksbetriebe im Land verschärft sich von Tag zu Tag mehr», sagte Handwerkspräsident Rainer Reichhold. Weil auch die Hilfen zu spät und nur teilweise ausgezahlt würden, werde die Situation zunehmend existenzgefährdend. «Die Betriebe benötigen jetzt eine klare Perspektive, wann und in welcher Form sie wieder öffnen dürfen», sagte Reichhold. «Ohne eine Perspektive droht auch die Stimmung in der Bevölkerung zunehmend zu kippen. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Exitstrategie.»

(dpa)

Kretschmann dämpft Hoffnung auf Lockerung des Corona-Lockdowns

12:10
02.02.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Hoffnungen auf eine Lockerung des harten Corona-Lockdowns nach dem 14. Februar gedämpft. Öffnungen könne es nur geben, wenn der Inzidenzwert auf unter 50 falle, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. «Wenn wir in deren Nähe nicht kommen, wird das eher zu Verlängerungen führen.» Nächste Woche Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber sprechen, ob der seit dem 16. Dezember geltende Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb über den 14. Februar hinaus verlängert wird.

Der Südwesten liege mit einem Wert von 74,2 bei den Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner am besten von den 16 Bundesländern, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Kurz vor Weihnachten lag diese Sieben-Tage-Inzidenz im Land bei über 200. Kretschmann betonte allerdings, der Inzidenzwert sinke seit Tagen kaum mehr. «Ich sehe mit einer gewissen Besorgnis, dass wir uns im Moment gerade wieder in einer Seitenbewegung befinden.» Die Menschen hätten offensichtlich immer noch zu viele Kontakte. «Die Unsicherheit bleibt», sagte Kretschmann. In einer Pandemie sei es schwer zu planen.

(dpa)

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