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SWR-Intendant Gniffke weist Kritik an Corona-Berichten zurück

10:36
02.02.2021
Der Intendant des Südwestrundfunks, Kai Gniffke, hat den Vorwurf zurückgewiesen, der SWR schüre in der Corona-Berichterstattung Angst und Panik. Er finde es «abwegig, dass dem SWR unterstellt wird, für möglichst harte Corona-Einschränkungen zu sorgen», erklärte Gniffke am Dienstag nach einem Gespräch mit Kritikern. «Welches Interesse sollten wir daran haben?» Der öffentlich-rechtliche Sender werde aber überprüfen, ob er zu viele Erkenntnisse als selbstverständlich voraussetze und zu wenig Hintergründe beleuchte.

Gniffke hatte zehn Menschen zum Gespräch geladen, die in den vergangenen Monaten die Corona-Berichterstattung des Senders kritisierten. Drei von ihnen waren der Einladung zu einer digitalen Schalte gefolgt; sie diskutierten 100 Minuten lang mit dem SWR-Chef. Sie bemängelten unter anderem auch: Kritiker der Corona-Maßnahmen würden oft pauschal als Rechtsextreme etikettiert, und die große Gruppe der Pandemie-Verlierer gerate beim SWR aus dem Blick.

Gniffke hielt dagegen: «Wenn wir über politische Positionen berichten, machen wir sie uns nicht zu eigen. Der Überbringer der Botschaft ist nicht der Urheber.» Der SWR habe auch schon oft über Grundrechtseinschränkungen und negative Auswirkungen der Corona-Maßnahmen berichtet.

(dpa)

SPD fordert Impfgipfel auf Landesebene: «Lucha ist überfordert»

10:36
02.02.2021
Nach dem Impfgipfel auf Bundesebene fordert die Südwest-SPD von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) jetzt auch ein Spitzentreffen im Land. Man habe der Überforderung von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) nun lange genug zugeschaut, sagte SPD-Partei- und Fraktionschef Andreas Stoch am Dienstag in Stuttgart. «Corona und die Impfungen müssen in Baden-Württemberg endlich Chefsache werden.» Es müsse Schluss sein mit dem «Gewurstel», es brauche mehr Klarheit und Information für die Menschen.

Das Land müsse beim Impfen endlich in die Gänge kommen: «Es braucht eine klare Priorisierung innerhalb der von der Ständigen Impfkommission vorgegebenen Stufen. Dann braucht es eine klare Kommunikation, damit jeder weiß, wann er dran ist», sagte Stoch. «Die Terminvereinbarung muss erleichtert werden und es müssen die Kommunen mit an den Tisch, um sie in eine verlässliche Infrastruktur einzubeziehen.» Zudem könne man bei einem solchen Gipfel auch besprechen, ob Beschäftigte im Bildungsbereich oder Menschen mit Vorerkrankungen noch früher geimpft werden können als bisher vorgesehen.

Regierungschef Kretschmann hatte nach dem Gipfel auf Bundesebene Kritik an der Impfpolitik scharf zurückgewiesen. «Diese Schlaumeier-Debatten hinterher besorgen keine einzige Impfdosis mehr», sagte er. Die Engpässe lägen in der Produktion und nicht in irgendwelchen Verträgen. Man werde im ersten Quartal des Jahres noch Probleme haben, die sich im zweiten Quartal auflösen würden, im dritten Quartal sei die Verfügbarkeit des Impfstoffs nicht mehr der begrenzende Faktor, so Kretschmann.

(dpa)

Statistik: So wenige Fluggäste wie noch nie seit Wiedervereinigung

09:21
02.02.2021
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland wegen der Corona-Krise so wenige Menschen mit dem Flugzeug geflogen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das Statistische Bundesamt zählte 2020 an den 24 größten Verkehrsflughäfen zusammen noch 57,8 Millionen Passagiere. Das war ein gutes Viertel (25,5 Prozent) des Aufkommens im Jahr zuvor. 1991 hatten im wiedervereinten Deutschland 63 Millionen Passagiere die Flughäfen genutzt.

Der Flugverkehr war im vergangenen Jahr seit März deutlich zurückgegangen und hatte während der Monate April, Mai und Juni fast stillgestanden. Nach einer leichten Erholung im Sommer gingen die Zahlen zum Jahresende wieder zurück.

Auf das Gesamtjahr gesehen hatte der Interkontinentalverkehr mit einem Minus von 77 Prozent die größten Einbußen. Innerdeutsch sank die Zahl der Passagiere um 75 Prozent, im Europaverkehr waren es 74 Prozent. Mit 4,5 Millionen Tonnen blieb der Frachtverkehr bei einem Minus von 4,1 Prozent vergleichsweise stabil. Zuvor hatten bereits die Branchenverbände BDL und ADV auf etwas anderer Grundlage Statistiken für das Corona-Jahr 2020 vorgelegt und waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

(dpa)

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