Der Intendant des Südwestrundfunks, Kai Gniffke, hat den Vorwurf zurückgewiesen, der SWR schüre in der Corona-Berichterstattung Angst und Panik. Er finde es «abwegig, dass dem SWR unterstellt wird, für möglichst harte Corona-Einschränkungen zu sorgen», erklärte Gniffke am Dienstag nach einem Gespräch mit Kritikern. «Welches Interesse sollten wir daran haben?» Der öffentlich-rechtliche Sender werde aber überprüfen, ob er zu viele Erkenntnisse als selbstverständlich voraussetze und zu wenig Hintergründe beleuchte.
Gniffke hatte zehn Menschen zum Gespräch geladen, die in den vergangenen Monaten die Corona-Berichterstattung des Senders kritisierten. Drei von ihnen waren der Einladung zu einer digitalen Schalte gefolgt; sie diskutierten 100 Minuten lang mit dem SWR-Chef. Sie bemängelten unter anderem auch: Kritiker der Corona-Maßnahmen würden oft pauschal als Rechtsextreme etikettiert, und die große Gruppe der Pandemie-Verlierer gerate beim SWR aus dem Blick.
Gniffke hielt dagegen: «Wenn wir über politische Positionen berichten, machen wir sie uns nicht zu eigen. Der Überbringer der Botschaft ist nicht der Urheber.» Der SWR habe auch schon oft über Grundrechtseinschränkungen und negative Auswirkungen der Corona-Maßnahmen berichtet.