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Stargeigerin Anne-Sophie Mutter befürchtet Schlimmes nach Kultur-Lockdown

04:49
01.02.2021
Stargeigerin Anne-Sophie Mutter (57) befürchtet für das Musikleben langfristig gravierende Folgen der coronabedingten Kultur-Schließungen. «Es wird ein großes Sterben von privaten Veranstaltern geben, Subventionen werden schmerzhaft gekürzt werden», sagte sie im Gespräch mit «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Montagsausgaben). Über den Musik-Nachwuchs meinte sie: «Wenn ein Künstler Taxi fahren muss, um zu überleben, dann kann er nicht mehr trainieren und hängt seinen Beruf an den Nagel.»

Der Politik warf sie vor: «Man hat nicht differenziert genug darüber nachgedacht, ob man etwas nicht auf Sparflamme hätte weiterlaufen lassen können.» Angesichts geschlossener Konzertsäle und geöffneter Kirchen kritisierte die Violinistin: «Warum das Grundrecht der freien Religionsausübung über das Grundrecht der freien Berufsausübung bei Musikern gestellt wurde, leuchtet mir immer noch nicht ein.» Sie verstehe auch nicht, warum man Museen nicht schon längst wieder geöffnet habe: «Wenn ich in einem kleinen Drogeriemarkt Strümpfe kaufen kann - warum kann ich dann nicht in einem riesigen Museumssaal unter Einhaltung strengster Hygieneregeln etwas genießen, das über den Genuss von neuen Strümpfen weit hinausgeht.»

Mit Blick auf eine unplanbar gewordene Zukunft lege sich auch bei ihr «ab und an eine dunkle Decke aufs Gemüt», räumte Mutter ein. Sie hat wiederholt Kritik am Umgang mit der Kultur in der Corona-Pandemie geäußert.

(dpa/lsw)

Kapitel

Sonntag, 31. Januar

Astrazeneca liefert der EU nun doch mehr Impfstoff

18:53
31.01.2021
Der Hersteller Astrazeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal nun doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf Twitter mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Von der Leyen schrieb auch, Astrazeneca wolle eine Woche früher mit der Lieferung beginnen als geplant. Die Firma wolle zudem ihre Produktionskapazität in Europa ausbauen. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von einer guten Nachricht und einem guten Schritt nach vorn.

Astrazeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die EU reagierte empört und setzte die Firma unter Druck, die Lieferkürzung zurückzunehmen. Das soll laut von der Leyen nun zumindest zum Teil geschehen. Der Impfstoff ist seit Freitag in der EU für Erwachsene ohne Altersbegrenzung zugelassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren.

(dpa)

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