Letztes Update:
20201224114725

11:47
24.12.2020
Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Das Land möchte in den zentralen Impfzentren pro Tag rund 1500 Menschen impfen können. Bei einem täglichen Betrieb der Zentren könnten so im ersten Monat nach Start rund 42 000 Menschen in jedem der neun zentralen Impfzentren geimpft werden. In den Kreisimpfzentren, die Mitte Januar starten sollen, rechnet die Landesregierung mit bis zu 750 Impfungen am Tag. Bei gleichen Betrieb mit sieben Tagen in der Woche wären hier bis zu 21 000 Impfungen pro Impfzentrum in jedem Kreis möglich. Dazu kommen noch die Impfungen der mobilen Teams in Pflegeheimen und bei nicht mehr mobilen Menschen zu Hause, sowie die Impfungen in Kliniken.

Bis wann sind genügend Menschen im Südwesten geimpft?

Um die Pandemie zu stoppen, müssten nach Schätzung von Experten etwa 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft werden. Das wären bis zu 58 Millionen Menschen. Bis wann das gelingen könnte, hängt von mehreren Faktoren wie der Verfügbarkeit der Impfstoffe und auch der Impfbereitschaft der Menschen ab. Im Südwesten gab bei einer Ende November veröffentlichten Umfrage nahezu die Hälfte der Menschen an, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In der repräsentative Befragung der Barmer-Krankenkasse mit 2000 Teilnehmern hielten es 59 Prozent der Befragten demnach für verantwortungslos, sich nicht impfen zu lassen. Etwa jeder vierte Befragte erklärte, für ihn komme eine Corona-Impfung nicht infrage. Gesundheitsminister Lucha sagte am Mittwoch, man könne diese Pandemie nur in den Griff bekommen, indem sich möglichst viele Menschen auch impfen lassen. «Die Sehnsucht nach Normalität können wir uns nur erfüllen, indem wir eine Herdenimmunität von 65 bis 70 Prozent der Bevölkerung erreichen.»

Was kostet die Impfung?

Sie soll gratis sein - und das unabhängig davon, ob und wie jemand versichert ist. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund. Dafür stehen im Etat des Bundes im neuen Jahr zunächst 2,7 Milliarden Euro bereit. Das Land übernimmt die Personal- und Sachkosten. Allein in den Impfzentren erwartet das Land bis Mitte April Kosten von rund 58,2 Millionen Euro. Die Beschaffung des Impfbestecks und die Impfstoff-Logistik sind mit 15 Millionen Euro veranschlagt.

Gibt es einen Impfzwang?

Nein.

(dpa/lsw)

Sozialpsychologe: Wer Probleme aktiv löst, wird weniger krank

10:25
24.12.2020
Wie gut Menschen mit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie klar kommen, hängt nach Einschätzung von Sozialpsychologen zum einen von ihrer Persönlichkeit, zum anderen von ihren Lebensumständen ab. Wer Familie habe, fühle sich weniger eingeschränkt als ein Single ohne viele Kontakte in einer kleinen Wohnung im Homeoffice. «Das sind die, die im Lockdown verzweifeln. Wenn das lang andauert, ist das für diese Personengruppe wirklich schlimm. Soziale Isolation macht nachgewiesenermaßen krank», sagte der Sozialpsychologe Rolf van Dick von der Universität Frankfurt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Wie gut man durch den Lockdown komme, hänge aber auch von der Persönlichkeit ab: «Es gibt Menschen, die sagen sehr stark: Ich bin Herr über mein Schicksal, wenn's Probleme gibt, werde ich damit schon fertig, wer soll's lösen, wenn nicht ich. Und es gibt Menschen, die sagen: Ich kann sowieso nichts machen, mein Leben wird bestimmt vom Schicksal, vom Zufall, von anderen Menschen.» Die erste Gruppe komme mit belastenden Situationen in der Regel besser klar als die zweite.

Menschen, die sich an eine neue Situation gut anpassen könnten, blieben in der Regel länger gesund. «Wer aktiv an die Probleme herangeht, wird weniger krank.» Solche Persönlichkeitsmerkmale seien größtenteils genetisch bedingt, könnten sich aber durch negative Erlebnisse verstärken.

(dpa)

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