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Iran: 200 Millionen Euro für Einfuhr von Corona-Impfstoffen

08:25
24.12.2020
Der Iran hat 200 Millionen Euro für die Einfuhr von Corona-Impfstoffen bereitgestellt. Das gab Zentralbankchef Abdolnasser Hemmati am Donnerstag bekannt. «Wir sind diesbezüglich im direkten Kontakt mit dem Gesundheitsministerium ... falls nötig, wird der Betrag auch erhöht», schrieb Hemmati auf seiner Instagram-Seite. Wegen der US-Sanktionen sei die Einfuhr der Impfstoffe aber noch nicht garantiert. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar gab es im Iran über 54 000 Todesfälle in Verbindung mit Corona und mehr als eine Million Infektionen.

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen haben dem Iran auch den Import von Corona-Impfstoffen erschwert. «Wenn wir über die Einfuhr der Impfstoffe sprechen, verfluchen wir hundert Mal diesen Trump, dem nicht mal die Gesundheit der Menschen wichtig ist», sagte Präsident Hassan Ruhani. Die Einfuhr der Vakzine hätte mit einem kurzen Telefonat erledigt werden können, aber wegen der Sanktionen gebe es zahlreiche Hürden. Ruhani versprach den Iranern jedoch, dass seine Regierung einen Weg finden werde, die Impfstoffe rechtzeitig den Iranern zur Verfügung zu stellen.

Nach dem Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen 2018 verhängte die US-Regierung die nach eigenen Angaben härtesten Sanktionen gegen den Iran. Diese treffen auch die internationalen Bankverbindungen des Landes. Da internationalen Banken wegen der Sanktionen ihre Zusammenarbeit mit dem Iran einstellen mussten, kann der Gottesstaat über das ausländische Bankensystem de facto weder etwas kaufen noch verkaufen. Zwar sollten bei Medikamenten und Lebensmitteln Ausnahmen gelten, doch nach Angaben der iranischen Zentralbank gab es auch die nicht.

(dpa)

Weihnachten ohne Lieder und mit Ausgangssperre in Griechenland

08:25
24.12.2020
Wegen der Corona-Pandemie ist das traditionelle Weihnachtssingen der Kinder in Griechenland (Kalanta) am Vormittag von Heiligabend ausgefallen. Der Zivilschutz hatte den liebgewonnenen Brauch, bei dem die Kinder von Haus zu Haus ziehen, aus Angst vor Ansteckungen verboten. «So weit ich mich zurückerinnern kann, hat es so was noch nie gegeben. Nicht mal während des Zweiten Weltkrieges», sagte ein älterer Athener im Staatsfernsehen (ERT) am Donnerstag.

Die Regierung hat zudem minimalistische Weihnachtsfeiern angeordnet: Am Abend dürfen höchstens neun Menschen pro Haushalt zusammenkommen, die höchstens aus zwei Familien stammen dürfen. Hält das ein Gastgeber nicht ein, droht ihm eine Geldstrafe von 3000 Euro. Die Gäste müssen 300 Euro zahlen. Bars und Tavernen, in denen die Griechen traditionell auch Heiligabend feiern, sind seit Anfang November geschlossen.

Um Ansammlungen hunderter junger Menschen auf den Straßen nach Beginn der Ausgangssperre (22.00 bis 05.00 Uhr) zu verhindern, sollen U-Bahnstationen im Zentrum Athens gesperrt werden, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Polizei kontrolliert seit Tagen scharf an Mautstellen, ob Menschen aus Ballungszentren ohne Grund in die Provinzen fahren. Wegen des Lockdowns dürfen die Bürger mit wenigen Ausnahmen die größere Region nicht verlassen. «Wir wollen kein Wiederaufflammen der Pandemie. Bleiben Sie zu Hause», sagt Regierungschef Kyriakos Mitsotakis immer wieder.

Griechenland mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern war bis Ende Oktober nicht so stark von Corona betroffen. Dies änderte die zweite Welle der Pandemie. Die Corona-Fälle schnellten in die Höhe, das Gesundheitssystem geriet an seine Grenzen. Nach offiziellen Zahlen starben an oder mit dem Virus bislang mehr als 4200 Menschen.

(dpa)

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