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Blutplasma für Covid-19-Patienten «kein Wundermittel»

06:27
23.12.2020
Bundesweit geben Unikliniken seit April bestimmten Corona-Patienten sogenanntes Rekonvaleszentenplasma. Dabei erhalten die Erkrankten Blutplasma von Menschen, die Covid-19 überstanden und Antikörper gegen Coronaviren gebildet haben. Inzwischen sind Mediziner vorsichtig optimistisch, was die Wirkweise dieser Methode betrifft. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) genehmigte im Frühjahr eine Studie (Capsid) hierzu, an der sich Kliniken aus dem ganzen Land beteiligen.

An der Uniklinik Regensburg sind seit April etwa 90 Menschen mit der Methode behandelt worden. Thomas Müller, Leiter der Intensivmedizin, bilanziert: «Die Gabe von Rekonvaleszentenplasma ist kein Wundermittel.» Für bestimmte Patienten könne sie aber eine unterstützende Maßnahme sein. Das gelte vor allem für Patienten, die sich in einem frühen Stadium der Erkrankung befinden beziehungsweise bei denen Covid-19 einen mittelschweren Verlauf nimmt.

Beim Robert Koch-Institut (RKI) heißt es, eine passive Immunisierung sei bereits zur Eindämmung von Kinderlähmung, Mumps und Masern sowie vor Jahren gegen Sars eingesetzt worden. Die virusspezifischen neutralisierenden Antikörper «scheinen eine Schlüsselrolle bei der Viruselimination» zu spielen. In dem Blutplasma befänden sich zudem unter anderem Proteine wie das entzündungshemmende Zytokin, so dass eine Transfusion bei Covid-19 «vorteilhaft sein könnte».

Im April hatten bundesweit Unikliniken erstmals um die Mithilfe von Menschen gebeten, die eine Infektion mit dem Coronavirus durchgestanden und Antikörper entwickelt hatten.

(dpa)

Kretschmann: "Coronakrise hat meinen Glauben nicht erschüttert"

06:26
23.12.2020
Die anhaltende Coronakrise hat Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in seinem Glauben nicht erschüttert. «Sie hat meinen Glauben nicht verändert, definitiv nicht», sagte der Grünen-Politiker der dpa. Die Pandemie erkläre er naturwissenschaftlich und nicht mit göttlichem Einwirken. Als Christ habe er zudem ein Grundvertrauen in die Welt und in die Menschen. «Und das wird durch die Krise bestätigt», sagte der Regierungschef. Gott habe die Menschen mit Kreativität ausgestattet. «Und die Menschheit bewältigt eine solche Krise kreativ.»

Sein Glaube erleichtere ihm auch den Umgang mit der Krise, sagte Kretschmann, der als bekennender und kritischer Katholik bekannt ist. «Ich kann als Politiker scheitern, wenn ich Fehlentscheidungen treffe. Aber deshalb scheitere ich nicht vor Gott und meinen Lieben.» Gläubig zu sein, das bedeute für ihn auch, ein Grundvertrauen in die Welt und in die Menschheit zu besitzen.

Der Grünen-Politiker warb zudem um Verständnis für die umstrittene Öffnung der Kirchen zu Weihnachten. Für Gläubige sei das Fest etwas Anderes als für Nicht-Gläubige. «Es geht um existenzielle Fragen für die Menschen, die in den Gottesdienst gehen», sagte Kretschmann. Rechtlich ständen Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. «Daher werbe ich dafür, offene Kirchen in dieser Zeit zu tolerieren, ähnlich wie bei Demonstrationen. Geburtstagsfeiern sind eben nicht durch das Grundgesetz geschützt.»

Gottesdienste gehören an Weihnachten zu den triftigen Gründen, das Haus zu verlassen. Veranstaltungen finden unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln, Gesangsverboten und Anmeldepflicht statt. Viele Angebote im Internet, Radio und Fernsehen sollen es allen Menschen ermöglichen, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

(dpa)

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