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Dienstag, 22. Dezember

«Wischiwaschi» - Polizeigewerkschaft schimpft über neue Grenzregeln

18:34
22.12.2020
Die Deutsche Polizeigewerkschaft im Südwesten hat die schärferen Regeln für Grenzübertritte heftig kritisiert. «Man kann sich gar nicht so viel Unsinn ausdenken, wie aktuell in dieser Landesregierung und in diesem Sozialministerium verbrochen werden», teilte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer am Dienstag mit. Die Regeln könnten nicht überwacht werden. «Offensichtlich glaubt Lucha daran, dass die Leute ihre Waren schön sichtbar auf dem Rücksitz oder auf dem Armaturenbrett abstellen, so dass beim Vorbeifahren die Polizei feststellen kann, dass diejenigen beim Einkaufen waren», kritisierte Kusterer in Richtung von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Mit einer neuen Quarantänepflicht will Baden-Württemberg Shopper und Wintersportler bei ihren Kurztrips über die Grenzen nach Frankreich und in die Schweiz ausbremsen. Ohne die verpflichtende Zehn-Tages-Quarantäne darf nun nur noch einreisen, wer nicht überwiegend als Tourist oder zum Einkaufen in der Grenzregion gewesen sei.

Kusterer nannte die Regelung «Wischiwaschi», keiner werde sich daran halten. Es brauche eine harte Grenzregelung wie im Frühjahr. «Die müssen endlich Grenzen dicht machen», sagte er der dpa.

(dpa/lsw)

3000 neue Infektionen im Südwesten - 166 weitere Todesfälle

17:19
22.12.2020
Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um genau 3000 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Dienstag (Stand 16.00) verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 166 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg damit auf aktuell 217 454. Als genesen gelten den Angaben zufolge 154 622 Menschen im Südwesten. 4266 Menschen starben bisher mit einer Corona-Infektion.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 609 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 324 künstlich beatmet. Derzeit sind 85,8 Prozent der 2433 betreibbaren Intensivbetten belegt.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 202,1. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen weiterhin deutlich über dem Wert von 100. Sechs Kreise liegen über 300. Der Neckar-Odenwald-Kreis liegt bei 379,4, der Kreis Rottweil bei 372,5. Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

(dpa/lsw)

Besser ohne Zwang durch die Pandemie

16:43
22.12.2020
Hände waschen, Abstand halten und sich impfen lassen, sobald möglich - die Motivation, solche Regeln in der Corona-Pandemie zu befolgen, ist einer Studie der Uni Konstanz zufolge relativ hoch in Deutschland. Unter der Leitung der Verhaltensökonomin Katrin Schmelz haben die Wissenschaftler knapp 5000 Menschen in Deutschland im Frühjahr dazu befragt, ob sie dringend empfohlene Corona-Regeln eher akzeptieren, wenn diese freiwillig sind - oder ob sie der Ansicht sind, dass solche Empfehlungen verpflichtend sein sollten.

Dabei zeigten mindestens 25 Prozent der Befragten Ablehnung gegen Kontrollen. Entscheidend sei nach wie vor das Vertrauen in die Bundesregierung. «Vertrauen in die Regierung und in deren wahrheitsgemäße Information spielt in der Corona-Pandemie eine ganz große Rolle», betont Schmelz. Gleichwohl bestehe die Gefahr, dass verpflichtende Vorgaben wiederum dieses Vertrauen untergraben könnten. Die Daten für die repräsentative Studie wurden online zwischen dem 29. April und dem 8. Mai erhoben.

Hoch sei die Akzeptanz, wenn sich die Empfehlungen von Virologen und Politikern freiwillig befolgen ließen. «Besonders für eine Corona-Warn-App und Impfungen war das durchschnittliche Einverständnis höher, wenn diese Maßnahmen freiwillig anstatt verpflichtend sind», schreiben die Autoren. Auf der anderen Seite gebe es Vorgaben, die bei ihren Befürwortern auch bei einem Zwang keinen Widerstand hervorriefen, etwas das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Nach Angaben von Schmelz deutet eine vergleichbare Umfrage aus dem November darauf hin, dass sich die Situation seit der Erhebung im Frühjahr nicht wesentlich verändert hat.

(dpa)

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