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Biontech: Auslieferung des Corona-Impfstoffs in EU ab Mittwoch

10:21
22.12.2020
Die ersten Auslieferungen des Corona-Impfstoffs können nach Angaben des Herstellers Biontech an diesem Mittwoch starten. Bis Ende des Jahres stünden 12,5 Millionen Dosen für die EU bereit, teilte Biontech-Geschäftsvorstand Sean Marett am Dienstag mit. Die Impfdosen werden derzeit im Werk des US-amerikanischen Biontech-Partners Pfizer im belgischen Puurs gelagert. Dort werden die Ausgangsstoffe, die in den verschiedenen Produktionsstätten von Biontech hergestellt werden, weiterverarbeitet und abgefüllt. Bis zum 26. Dezember sollten die Dosen in jedem EU-Mitgliedsland sein, damit die Impfungen am 27. beginnen könnten, sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poeting.

(dpa)

EU-Kommission: Grenzen in der EU trotz Virus-Mutation offen halten

10:20
22.12.2020
Trotz der in England entdeckten Mutation des Coronavirus will die EU-Kommission empfehlen, die Grenzen in der Europäischen Union offen zu halten. Der Güterverkehr solle nicht beschränkt werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus EU-Kreisen. Im Personenverkehr bleibe die Empfehlung, Reisen so weit wie irgend möglich zu vermeiden, aber ohne Grenzschließung.

Die EU-Kommission will die Vorschläge offiziell heute Nachmittag den EU-Staaten präsentieren. Sie beziehen sich auf den Umgang mit der neuen Virus-Variante in der Gemeinschaft. Die meisten EU-Staaten hatten bereits in eigener Kompetenz beschlossen, Reisen aus und nach Großbritannien zu beschränken. Frankreich hatte auch seine Grenze für den Frachtverkehr geschlossen, um die Ausbreitung des mutierten Virus zu bremsen.

Die Vorschläge der EU-Kommission sind für die EU-Staaten nicht bindend, da Grenzschließungen in der Kompetenz der jeweiligen Länder liegen.

Die EU-Kommission geht nach dpa-Informationen davon aus, dass das in England entdeckte mutierte Coronavirus bereits etliche EU-Staaten erreicht hat. Grenzschließungen wären demnach sinnlos. Großbritannien habe mit die besten Nachweismethoden, deshalb sei es naheliegend, dass die Mutation dort früh nachgewiesen worden sei, hieß es. Aber auch in Dänemark und den Niederlanden sei es bereits aufgefallen.

(dpa)

Corona lässt öffentliche Schulden auf fast 2,2 Billionen Euro wachsen

10:20
22.12.2020
Die Corona-Krise hat die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen auf einen Höchststand steigen lassen. Zum Ende des dritten Quartals 2020 betrug die Gesamtsumme 2195,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. «Der Anstieg ist im Wesentlichen in der Aufnahme finanzieller Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise begründet», hieß es. Seit Ende 2019 seien die Schulden damit um 15,6 Prozent gestiegen.

Bereits Ende des zweiten Quartals war laut den Angaben der bis dahin höchste in der Statistik ermittelte Schuldenstand erreicht worden (2109,2 Milliarden Euro). Eine ähnlich hohe Verschuldung hatte es demnach davor Ende 2012 mit 2068,3 Milliarden Euro gegeben. Seither seien die öffentlichen Schulden alljährlich gesunken.

Laut den Statistikern stieg die Verschuldung des Bundes seit Ende letzten Jahres um 20,3 Prozent auf 1430,1 Milliarden Euro. Zugleich wuchsen die Schulden in den Ländern auf insgesamt 631,1 Milliarden Euro (plus 9,1 Prozent). Der prozentual höchste Anstieg wurde in Sachsen verzeichnet, wo sich die Summe ausgehend von einem niedrigen Niveau um 170,9 Prozent erhöhte, gefolgt von Bayern (plus 26,5 Prozent) und Bremen (plus 20,8 Prozent). Die Länder mit den höchsten absoluten Schuldenzuwächsen waren Nordrhein-Westfalen (16,4 Milliarden Euro), Bremen (6,3 Milliarden Euro) und Niedersachsen (5 Milliarden Euro). In Bremen kam es den Angaben zufolge vor allem aufgrund der Bereitstellung von Barsicherheiten für Derivat-Geschäfte zu Schuldenaufnahmen.

Eher geringfügig erhöhten sich die Schulden in den Kommunen. Gegenüber dem Jahresende 2019 stiegen sie dort um 1,9 Prozent auf 133,9 Milliarden Euro. Dabei gab es regionale Unterschiede: In den Gemeinden in Hessen und Schleswig-Holstein wurden Zuwächse von 7,3 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent verzeichnet. Im Saarland und in Sachsen kam es zu Rückgängen von 15,1 Prozent beziehungsweise 13,7 Prozent. Im Saarland war demnach vor allem ein Entschuldungsprogramm des Landes Grund für den Rückgang.

Die Sozialversicherung dagegen konnte ihren Schuldenstand seit Ende 2019 um fast 9 Prozent auf 52 Millionen Euro reduzieren.

(dpa)

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