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Brinkhaus: Besorgt wegen Mutationen in Großbritannien und Irland

09:08
18.01.2021
Der Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, sieht trotz der aktuell sinkenden Corona-Infektionszahlen keinen Grund zur Entwarnung im Kampf gegen die Pandemie. «Wir sind sehr besorgt wegen der Entwicklung in Großbritannien und Irland», sagte der CDU-Politiker am Montag im SWR. «Dort gibt es einen mutierten Virus, der zu sehr, sehr hohen Neuinfektionen geführt hat.»

Er geht nach eigenen Worten davon aus, dass bei den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag die Corona-Beschränkungen noch einmal verlängert und verschärft werden. Es gehe vor allem um weitere Kontaktbeschränkungen und darum, dass mehr Menschen von zu Hause arbeiteten. Die Forderung der FDP nach einer Sondersitzung des Bundestags dazu wies der CDU-Politiker zurück. Dies wäre eine «PR-Veranstaltung» der Freidemokraten. Der Bundestag sei eingebunden und habe jederzeit die Möglichkeit, alles wieder zurückzuholen, was von den Regierungen beschlossen werde.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12 497 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.

(dpa)

England lädt mit Über-70-Jährigen zweite Gruppe zum Impfen ein

09:08
18.01.2021
In England sollen nun auch die Über-70-Jährigen sowie medizinisch besonders gefährdete Menschen eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Premierminister Boris Johnson bezeichnete die Einladung der mehr als fünf Millionen zählenden Gruppe am Montag als «signifikanten Meilenstein» im Kampf gegen die Pandemie.

Mehr als die Hälfte der Über-80-Jährigen in Großbritannien haben nach Angaben der Regierung bereits ihre erste Impfdosis erhalten. Die übrigen sollen bei Terminen weiterhin Priorität genießen, genauso wie Personal in Pflegeheimen oder medizinischen Berufen. Um die bestehenden Kapazitäten bestmöglich auszunutzen, solle aber bereits die nächste Gruppe für Termine kontaktiert werden. In einigen Regionen Englands haben bereits große Teile der Bevölkerung über 80 eine Impfung erhalten.

Die Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen - und damit die am meisten von Covid-19 gefährdeten Gruppen - zu impfen. In England sollten am Montag zehn weitere Impfzentren eröffnen, in Schottland sind Soldaten im Einsatz, weitere 80 vorzubereiten. In London soll ab Ende des Monats auch ein 24-Stunden-Zentrum getestet werden.

Bis Sonntagabend waren mehr als 3,8 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich geimpft worden; am Montag sollte die Schwelle von vier Millionen erreicht werden. Pro Minute werden nach Angaben des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS und der Regierung im Durchschnitt 140 Menschen geimpft. Bis September soll jeder Erwachsene in Großbritannien eine Corona-Immunisierung angeboten bekommen.

Neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff steht im Land der heimische Oxford/Astrazeneca-Impfstoff zur Verfügung, der bei Kühlschranktemperaturn gelagert und transportiert werden kann. Auch der Moderna-Impfstoff ist von der britischen Behörde zugelassen, kommt allerdings wohl erst im Frühjahr zum Einsatz. Um schneller mehr Menschen mit einer Grundimmunität zu versorgen, setzt Großbritannien auf einen größeren Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis, nämlich auf drei Monate statt drei bis vier Wochen.

Trotz eines harten Lockdowns bewegen sich die Corona-Fallzahlen weiter auf sehr hohem Niveau - wenn auch mit fallender Tendenz seit einigen Tagen. Pro 100 000 Einwohnern zählte das Land in der vergangenen Woche mehr als 500 Neuinfektionen. Insbesondere in London sind die Krankenhäuser an ihrer Belastungsgrenze.

(dpa)

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