Letztes Update:
20210117103535

SPD-Politiker Lauterbach glaubt an Absage der Fußball-EM

09:07
17.01.2021
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr. «Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute», sagte der 57-Jährige bei «t-online». «Es wird sich alles – leider – von allein ergeben. Wir könnten im März eine Situation erleben, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen.»

Die Europäische Fußball-Union UEFA plant für die EM, die vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden soll, mit vier verschiedenen Corona-Szenarien für ihre zwölf Spielorte. Diese reichen von Spielen in vollen Stadien bis hin zu einem kompletten Zuschauer-Ausschluss. Am 5. März soll eine verbindliche Regelung getroffen werden, wie viele Zuschauer an den Spielstätten in die einzelnen EM-Stadien dürfen.

«Wir können in Europa nicht davon ausgehen, dass wir bis Mitte des Jahres ausreichend Impfstoff haben werden», sagte Lauterbach. Es sei «am wahrscheinlichsten», dass es keine Zuschauer in den Stadien geben werde, sollte das Turnier stattfinden können.

(dpa)

Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

09:06
17.01.2021
Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. «Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann», sagte Bayer-Chef Werner Baumann der «Welt am Sonntag». «Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck.» Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern uch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten. Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

(dpa)

Wissenschaftler fordern strikte Maskenpflicht

09:05
17.01.2021
Inmitten der Meldungen über ansteckendere Varianten des Coronavirus und weiterhin hohe Infektionszahlen mahnen Wissenschaftler eindringlich zum Tragen von Gesichtsmasken. Basierend auf einer Auswertung entsprechender Studien betont ein internationales Forscherteam im Fachblatt «PNAS», Regierungen und Behördenvertreter müssten dafür sorgen, dass entsprechende Regeln strikt eingehalten würden.

In Deutschland ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln seit Ende April 2020 Pflicht. Ende November wurden die Regeln noch einmal verschärft und weitere Orte dafür bestimmt. Bayern will FFP2-Masken zum Standard machen - diese bieten mehr Schutz für den Träger als andere Masken.

Ein internationales Team um Jeremy Howard von der Universität von San Francisco hat nun wissenschaftliche Veröffentlichungen zu den Masken analysiert. Dabei stellt es zunächst einmal fest, dass Gesichtsmasken schon durch die Arbeit des chinesischen Arztes Wu Lien-teh zur Bekämpfung der Pestepidemie in der Mandschurei 1910 als wirksames Mittel gegen die Ausbreitung von Seuchen galten. Außerhalb Ostasiens sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes allerdings seither unüblich geworden - bis zur Covid-19-Pandemie. Ende Juni 2020 lebten der Analyse zufolge fast 90 Prozent der Weltbevölkerung in Regionen mit Maskennutzung - in mehr oder weniger weiten Bereichen ihres Lebens.

Masken sind nach Auffassung der Autoren unter anderem wichtig, weil Erkrankte in der ersten Phase nach einer Infektion am ansteckendsten seien, wenn sie noch wenige oder keine Symptome zeigten. Eine der untersuchten Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass 40 bis 45 Prozent der Infektionen von symptomlosen Menschen ausgehen und deren Infektiosität eventuell auch länger als 14 Tage betragen könne. Mit der Durchsetzung einer möglichst breit geltenden Maskenpflicht könnte das Risiko gesenkt werden, dass eben jene Erkrankte, die noch nichts von ihrer Infektion wüssten, andere ansteckten.

«Wir empfehlen, dass Behördenvertreter und Regierungen die weiträumige Verwendung von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit nachdrücklich fördern, wozu auch die Anwendung entsprechender Vorschriften gehört», schreiben die Autoren. Außerdem müssten Gesundheitsbehörden klare Richtlinien für die Herstellung, den Gebrauch und die Desinfektion sowie Wiederverwendung von Gesichtsmasken aufstellen. Sie schließen: «In Verbindung mit umfassenden Tests, der Rückverfolgung von Kontakten, der Quarantäne von möglicherweise infizierten Personen, dem Händewaschen und dem Abstandhalten sind Gesichtsmasken ein wertvolles Mittel, um die weiterreichende Übertragung zu reduzieren.»

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen