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20210115124346

Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice

11:51
15.01.2021
Trotz der anhaltend hohen Zahl von Corona-Infektionen plant die Bundesregierung weiterhin keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe «keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er schloss sich zwar dem Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ausweitung der Heimarbeit an, betonte aber auch: «Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet.»

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog zudem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: «Es ist also möglich.»

(dpa)

Fluggast verweigert Maske - Pilot bricht Startvorgang ab

11:28
15.01.2021
Weil sich ein Mann weigerte, an Bord eines Flugzeugs eine Maske zu tragen, hat der Pilot den Startvorgang abgebrochen. Für den Niederländer, der am Donnerstag von München nach Südafrika reisen wollte, endete damit die Reise früher als geplant.

Der Mann saß nach Angaben der Polizei bereits auf seinem Platz, die Türen waren geschlossen und das Flugzeug rollte Richtung Startposition. Doch weil auch die Kabinencrew den Mann nicht überzeugen konnte, einen Mund-Nasen-Schutz aufzuziehen, habe der Pilot kurzerhand kehrt gemacht und die Polizei verständigt, teilte ein Sprecher der Flughafeninspektion am Freitag mit.

Zurück auf der Parkposition erwarteten den Mann vier Polizisten, die ihn aus dem Flugzeug geleiteten. Der 51-Jährige muss sich nun wegen Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz verantworten.

(dpa)

Virologe Streeck: Corona-Forschung müsste koordiniert werden

11:02
15.01.2021
Die Forschung zum Coronavirus müsste nach Ansicht des Bonner Virologen Hendrik Streeck zentral und unabhängig von einem Koordinator gesteuert werden. Nur so könnten Forschungsvorhaben ihre Wirkung entfalten, sagte er am Freitag in einem Video-Vortrag beim Digitalen Landeskongress Gesundheit. Ein Institut allein könne ein solches Projekt nicht stemmen. Es brauche eine strukturierte Führung, die zum Beispiel dem Forschungs- oder Gesundheitsministerium unterstellt werden könne. So würde nach Ansicht Streecks verhindert, dass sich Projekte unnötig doppelten. Außerdem könnten Gruppen mit ähnlichen und doch konkurrierenden Interessen zusammenarbeiten.

Der Forschungskoordinator dürfe aber keine Eigeninteressen haben. Daher komme er für diese Position genau so wenig in Frage wie andere Virologen und Epidemiologen oder das Robert Koch-Institut.

Wichtig sei es zudem, systematische und repräsentative Stichproben zu erheben, um das Infektionsgeschehen in Deutschland zu verstehen. «Wir wissen nach wie vor viel zu wenig über das Virus», sagte Streeck. «Wir wissen zum Beispiel nicht, wo die Ansteckungen stattfinden, wie die Hygienemaßnahmen wirken und welche Effekte die einzelnen Auflagen haben.» Möglich sei es auch, Infizierte nach ihren Berufen zu fragen und auf diese Weise herauszufinden, ob bestimmte Gruppen stärker gefährdet seien als andere. «Das wäre eine ganz einfache Frage, aber wir stellen sie nicht.»

Streeck gehört zu den bekanntesten Experten, wenn es um die Corona-Pandemie geht. Im Frühjahr 2020 erlangte der Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Bonn große Bekanntheit durch die sogenannte Heinsberg-Studie, für die sein Forscherteam Untersuchungen in Gangelt im NRW-Kreis Heinsberg anstellte, einem frühen Epizentrum der Pandemie. Die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Auftrag gegebene Studie sorgte für Aufsehen, aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur.

(dpa)

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