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20210115050736

Mediziner: Lockerung erst bei unter 1000 Intensivpatienten möglich

05:06
15.01.2021
Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1000 Covid-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Aktuell werden fast 5200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt.

«In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten», sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte. «Die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Kranken muss dafür bundesweit stabil klar unter 1000 Patienten liegen.» Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er.

Auch der Chef der Bundespflegekammer, Markus Mai, warnte vor einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. «Wir sind jetzt beim Pflege-Fachpersonal an der kritischen Grenze angelangt und müssen alles dafür tun, damit die Zahl der Intensivpatienten nicht weiter ansteigt. Andernfalls steht für deren Versorgung nicht mehr genügend gut ausgebildetes Personal zur Verfügung», sagte er der «Rheinischen Post» (Freitag).

Die Diskussion über die Impfpflicht für Pflegepersonal bezeichnete Mai als kontraproduktiv. «Wenn wir durch eine Impfpflicht auch nur zehn Prozent des Fachpersonals verprellen würden, fehlt uns dieses dringend benötigte Personal in der direkten Versorgung, in der es ja jetzt schon mehr als eng ist», sagte er der Zeitung.

(dpa)

CDU-Spitze: Infektionszahlen werden zum Handeln zwingen

05:05
15.01.2021
Die CDU-Spitze sieht angesichts der Lage in der Corona-Pandemie dringenden Handlungsbedarf. Die Parteigremien hätten mit großer Sorgen die Entwicklung der Infektionszahlen, aber auch der Todeszahlen zur Kenntnis genommen, sagte Ziemiak am Donnerstagabend nach Online-Sitzungen der CDU-Spitzengremien zur Vorbereitung des Parteitags zur Wahl eines neuen Parteichefs am Freitag und Samstag. Dies werde in den kommenden Tagen und Wochen zum Handeln zwingen. Man werde über notwendige Maßnahmen zu sprechen haben. Es seien aber in den CDU-Spitzengremien keine Beschlüsse getroffen worden.

Der Generalsekretär wollte unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Beratungen Äußerungen der Kanzlerin nicht bestätigen, dass die eigentlich für den 25. Januar geplante nächste Schaltkonferenz Merkels mit den Ministerpräsidenten auf kommende Woche vorgezogen werden solle. Er betonte aber: «Wir alle wissen, (...) dass die Kanzlerin in großer Sorge ist mit Hinblick auf die Zahlen». Alle Verantwortlichen in der Regierung würden genau die Entwicklung der Corona-Zahlen in anderen Ländern beobachten, etwa in Irland. «Die Mutation macht uns allen große Sorgen.»

So wichtig der Parteitag für eine Partei sei, so wichtig sei die aktuelle Situation für die Menschen im Land, betonte Ziemiak. «Gemeinsam durch diese Krise zu kommen, ist jetzt Hauptaufgabe von allen, die Verantwortung tragen in diesem Land.»

(dpa)

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