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20210114123546

RKI-Chef: Wegen Mutationen möglichst nicht verreisen

10:25
14.01.2021
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Menschen in Deutschland auch wegen neuer Coronavirus-Varianten zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen aufgerufen. «Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen», sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Mit Stand Mittwoch seien alle aktuell bekannten Fälle, in denen die neuen Varianten nachgewiesen wurden, von Reisenden nach Deutschland gebracht worden.

Bisher könne man noch nicht abschätzen, wie sich die Varianten auf die Situation in Deutschland auswirkten, sagte Wieler. «Sie könnten sich aber auch hier durchsetzen und zu noch mehr Fällen in kürzerer Zeit führen.» Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmere. Umso wichtiger sei deshalb das konsequente Einhalten der Maßnahmen.

Anhaltspunkte sprechen Wieler zufolge aber nicht dafür, dass die Varianten hierzulande bereits stark verbreitet seien. Er räumte allerdings ein: «Wir haben keinen vollen Überblick über die Varianten.» In Großbritannien hatte sich zuletzt eine Corona-Variante sehr rasch ausgebreitet. Auch eine Variante aus Südafrika steht derzeit im Fokus.

(dpa)

Kretschmann: Corona-Lockdown muss voraussichtlich verlängert werden

10:21
14.01.2021
Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen», sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Stuttgart. Der Regierungschef will bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf dringen, dass die ursprünglich für den 25. Januar geplante Videokonferenz mit den anderen Ministerpräsidenten auf nächste Woche vorgezogen wird. Er werde sich für «weitere und schärfere Maßnahmen» einsetzen.

Grund für eine Verlängerung des Lockdowns seien die weiter hohen Infektionszahlen im Land und die neu aufgetretenen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika, über deren Verbreitung man noch zu wenig wisse. «Wir befinden uns noch nicht in einem Abwärtstrend», sagte Kretschmann zu den aktuellen Infektionszahlen. Auch in Baden-Württemberg seien erste Fälle der mutierten Viren aufgetreten. Man wisse noch nicht, was da auf das Land zukomme.

Kretschmann will vorsorglich schärfere Maßnahmen durchsetzen. So seien in den Unternehmen noch längst nicht genügend Mitarbeiter im Home Office. Da gebe es «Luft nach oben», sagte Kretschmann. Zuletzt hatte der Grünen-Politiker auch schärfere Ausgangsbeschränkungen ins Gespräch gebracht. «Wenn das richtig aus dem Ruder läuft, wie wir das in London oder so sehen, und wenn das Gesundheitswesen kollabiert, dann muss man drastische Ausgangssperren machen. Das ist dann das einzige Mittel, das noch wirksam ist», hatte er am Dienstagabend gesagt.

Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Donnerstag, es sei richtig, dass der Lockdown als Ganzes fortgesetzt werde. Allerdings müsse beachtet werden, welche langfristigen Schäden die fortgesetzte Schließung von Schulen nach sich ziehe. Man müsse darauf achten, dass die kleineren Kinder nicht die Verlierer der Pandemie würden. «Das haben sie nicht verdient.» Kretschmann hatte zuvor verkündet, dass Grundschulden und Kitas zunächst bis Ende Januar doch geschlossen blieben. Eisenmann bedauerte, dass keine andere Lösung möglich gewesen sei.

(dpa)

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