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20210114074031

Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen der Kontakte

07:08
14.01.2021
Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. «An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen», sagte Brockmann am Donnerstag im ZDF-«Morgenmagazin». Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten.

Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. «Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen», sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. «Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1000 Menschen sterben», sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

(dpa)

Grundschulen und Kitas öffnen? Baden-Württemberg berät Sonderweg

05:34
14.01.2021
Das Land Baden-Württemberg will am Donnerstag über die Wiedereröffnung von Grundschulen und Kitas von kommender Woche an entscheiden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollen am Vormittag (10.45) verkünden, ob es zu der Lockerung des Corona-Lockdowns kommt. Kretschmann hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, weil die Infektionszahlen noch nicht belastbar nach unten gingen. Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl ist, dringt vehement auf eine Öffnung im Sinne der Kinder. Sie wollte Grundschulen und Kitas eigentlich schon am vergangenen Montag öffnen - «unabhängig von den Inzidenzzahlen».

Kretschmann und Eisenmann wollten sich am Mittwochabend per Videoschalte mit Virologen, Epidemiologen und Kinder- und Jugendmediziner beraten. Mit einer Lockerung würde Baden-Württemberg, das in vielen Bereichen einen strengen Corona-Kurs fährt, einen Sonderweg beschreiten. Bund und Länder hatten Anfang des Jahres den Lockdown auch an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert. Allerdings sind die Länder für die Bildungspolitik zuständig und können hier ihren Spielraum nutzen. Im Südwesten gibt es in den weiterführenden Schulen bis Ende Januar Fernunterricht. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen.

(dpa/lsw)

Viele Baden-Württemberger befürchten eine Verödung der Innenstädte

05:27
14.01.2021
Viele Menschen in Baden-Württemberg befürchten eine Verödung der Innenstädte als Folge der Corona-Krise. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag aller Tageszeitungen im Land. 70 Prozent der Bevölkerung befürchten demnach, dass sich die Innenstädte durch Insolvenzen von Geschäften und Restaurants verändern werden. 40 Prozent gehen davon aus, dass sie dauerhaft veröden werden, während 14 Prozent auf eine rasche Wiederbelebung hoffen.

Skeptisch beurteilen die Baden-Württemberger auch die Zukunft der Autoindustrie. Nur 30 Prozent rechnen damit, dass diese Schlüsselbranche auch in den kommenden Jahren wesentlich zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung im Südwesten beitragen wird. Jeder Zweite erwartet dagegen, dass die Bedeutung der Autobranche für die Wirtschaft des Landes sinken wird.

Ähnlich skeptisch sieht das Bild im Bereich der Digitalisierung aus: 59 Prozent sind der Ansicht, die Industrie im Land hinke dabei hinterher; nur jeder Fünfte sieht sie gut aufgestellt.

Fast jeder vierte Berufstätige hat laut Umfrage durch die Krise Einkommenseinbußen, jeder siebte befürchtet, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage in absehbarer Zeit verschlechtern wird.

Große Sorgen bereitet die Arbeitslosigkeit: 17 Prozent der Befragten rechnen in den nächsten Monaten mit einem steilen Anstieg der Quote, 52 Prozent mit einem begrenzten Anstieg. 56 Prozent der Bevölkerung sind überzeugt, dass viele Unternehmen und Selbstständige im Südwesten aufgrund der Corona-Krise ihren Betrieb in absehbarer Zeit aufgeben müssen.

Beim sogenannten BaWü-Check geben die Tageszeitungen im Südwesten bis zur Landtagswahl im März jeden Monat eine Umfrage in Auftrag, um repräsentative Ergebnisse zu Themen wie Bildung, Verkehr und Wirtschaft zu erhalten. An der Aktion nehmen 78 Zeitungstitel aus 45 Verlagen teil. Die aktuelle Umfrage stützt sich auf 1003 repräsentativ geführte Online-Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg ab 18 Jahren vom 11. bis 21.

(dpa/lsw)

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