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Merkel lobt Spahn - Insgesamt mehr als genug Impfstoff

18:29
12.01.2021
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ausdrücklich hinter den umstrittenen Kurs von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei den Corona-Impfungen gestellt. Es ähnele wissenschaftlich und logistisch einer Großleistung, dass man zehn Monate nach Ausbruch einer Pandemie einen Impfstoff habe, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben mehrerer Teilnehmer in der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause, die wegen der Pandemie online organisiert wurde. Dies gelte auch dafür, dass sogar schon Impfstoff vorproduziert worden sei, so dass es schon kurz nach der Zulassung erste Impfungen in vielen Ländern der Welt gegeben habe.

Dass dies gelungen sei, habe sehr viel mit der Arbeit von Spahn zu tun, sagte Merkel demnach. Dafür wolle sie sich ausdrücklich bedanken. Man solle nicht daran herummäkeln. Vom Koalitionspartner SPD gibt es Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen, auch die Organisation von Impfterminen vor Ort sorgte zuletzt für Ärger.

Merkel sagte demnach mit Blick auf den zur Verfügung stehenden Impfstoff, kritisch seien die ersten beiden Quartale 2021. Vom dritten Quartal an werde Deutschland so viel Impfstoff haben, dass man eher etwas abgeben könne, als dass man noch mehr brauche. «Insgesamt haben wir mehr als genug Impfstoff», wurde die Kanzlerin zitiert. Das lasse sich jetzt schon absehen, selbst wenn nicht alle Hersteller eine Zulassung bekommen würden. Dies mache Hoffnung, dass man aus der sehr schwierigen Lage im Winter herauskommen könne.

Merkel sagte nach den Sitzungsteilnehmern zufolge weiter, Spahn habe sich um zusätzliche Produktionsmöglichkeiten bemüht - daran habe etwa im August noch niemand gedacht. Sonst wäre das Impfstoffwerk in Marburg nicht schon in Genehmigungsnähe. Und sonst hätte die EU-Kommission keinen zweiten Vertrag mit Biontech und Pfizer abschließen können, weshalb schon im zweiten Quartal zusätzliche Impfstoffe nach Deutschland geliefert werden könnten, sagte die Kanzlerin.

Merkel verteidigte den europäischen Ansatz der Impfstoffbeschaffung demnach erneut als absolut richtig. Der europäische Binnenmarkt habe mehr Marktmacht als ein Land alleine. Es nütze Deutschland zudem gar nichts, wenn die Menschen im Land geimpft seien, während es die Menschen in den Staaten um die Bundesrepublik herum nicht seien.

(dpa)

Google fördert Corona-Faktencheck-Projekte mit 2,5 Mio Euro

18:28
12.01.2021
Google hat ein finanzielles Förderprogramm aufgelegt, um Faktencheck-Projekte zum Thema Covid-19 zu unterstützen. Das kündigte der Internet-Konzern am Dienstag in einem Blog-Eintrag an. Der offene Fonds der Google News Initiative (GNI) gegen Desinformationen im Zusammenhang mit Corona-Impfungen hat ein Volumen von über drei Millionen US-Dollar (2,5 Millionen Euro).

«Während die Verbreitung von Falschinformationen zu Covid-19 ein globales Problem war und ist, werden Fehlinformationen auch verwendet, um bestimmte Gruppen anzusprechen», heißt es in der Erklärung. Einige Studien deuteten darauf hin, dass sich das Publikum, das auf Fehlinformationen stoße, und diejenigen, die nach Fakten suchten, nicht unbedingt überschneiden würden. Aus diesem Grund nehme der Offene Fonds Anträge von Projekten entgegen, die darauf abzielten, das Publikum für Faktenchecks zu erweitern und insbesondere diejenigen zu erreichen, die ansonsten überproportional von Fehlinformationen betroffen seien.

Der Fonds wird nach Angaben von Google weltweit angeboten und steht für Nachrichtenorganisationen jeder Größe offen. «Bewerber sollten über nachweisbare Kompetenzen im Bereich Faktencheck sowie der Entlarvung von Desinformationen verfügen oder mit einer Organisation mit entsprechender Qualifikation zusammenarbeiten.»

Google werde bei der Auswahl kollaborative Projekte bevorzugen, die mit einem interdisziplinären Team und klaren Kriterien zur Erfolgsmessung arbeiteten. «Beispiele für erfolgversprechende Bewerbungen sind die Partnerschaft eines bestehenden Faktencheck-Projekts mit einem Medienunternehmen, das einen Zugang zu einer bestimmten Community etabliert hat.» Als weiteres Beispiel nannte «eine kollaborative Technologieplattform für Journalisten und Ärzte, um gemeinsam Falschinformationen zu identifizieren und Faktenchecks dazu zu veröffentlichen.» Ein globales Team von Googlern werde die Anträge überprüfen.

(dpa)

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