Letztes Update:
20210111195708

Söder bringt Impfpflicht ins Spiel

19:56
11.01.2021
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beklagt, es gebe «unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung». Der deutsche Ethikrat solle deshalb Vorschläge machen, «ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre» sagte der CSU-Chef der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag).

«Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden», sagte Söder. Eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, «an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen», könne helfen.

Weil nicht genug Corona-Impfstoff da sei, forderte er außerdem eine «nationale Pharma-Allianz», um die Produktion zu beschleunigen. Darüber müsse man mit den Pharmakonzernen reden. Wo nötig, müsse der Staat den Unternehmen einen Ausgleich zahlen. Die zusätzliche Impfstoffproduktion könnte ganz Europa zugutekommen. In Marburg soll Ende Februar ein neues Werk der Firma Biontech die Produktion aufnehmen. Die Pharma-Allianz könne noch zusätzliche Produktionsstätten schaffen.

Außerdem forderte Söder «dringend mehr Einrichtungen, in denen das mutierte Virus nachgewiesen werden kann». Die wenigen Einrichtungen in Deutschland reichten nicht. In jedem Bundesland brauche es mehrere Nachweisstellen.

(dpa)

WHO verlangt Corona-Impfstart in aller Welt in spätestens 100 Tagen

17:59
11.01.2021
Die Corona-Impfung für Gesundheitspersonal und Menschen, die besonders gefährdet sind, soll in allen Ländern der Welt innerhalb der nächsten 100 Tagen beginnen. Das forderte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf.

Er hat immer wieder einen «Impf-Nationalismus» kritisiert - die Tatsache, dass sich wohlhabende Länder praktisch alle zur Verfügung stehenden Impfdosen gesichert haben und in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen kaum Impfkampagnen gestartet sind. Problem ist vielerorts aber auch, dass viele Länder empfindliche Impfstoffe wie den des Mainzer Unternehmens Biontech mangels Tiefkühlsystemen gar nicht lagern können.

Nach Angaben von Tedros sind WHO-Experten in China, um den Impfstoffherstellern Sinovac und Sinopharm dabei zu helfen, die internationalen Standards für eine Zulassung zu erfüllen. Die WHO erwarte auch weitere Daten über die Sicherheit und Effektivität des Impfstoffs von Astrazeneca vom Serum-Institut in Indien. Wenn die strikten Standards der WHO erfüllt seien, könnten zügig Notfallzulassungen erteilt werden.

Viele Länder, die anders als die EU oder die USA keine eigene Behörden haben, die Impfstoffs prüfen können, nutzen die WHO-Notfallzulassung für ihren eigenen Zulassungsprozess. Auch die UN-Organisationen können Impfstoff erst einkaufen und verteilen, wenn die WHO mit der Notfallzulassung grünes Licht gegeben hat.

Tedros verwies auf die Gefahr von Virusmutationen, wie sie zuletzt aus Japan gemeldet wurden. Die Ausbreitung könne verhindert werden, wenn die Menschen sich trotz Impfprogrammen an die Sicherheitsmaßnahmen halten. Er nannte unter anderem: Hände desinfizieren, Abstand halten, Räume gut lüften und Masken tragen. «Ihr habt vielleicht die Nase voll davon, das immer wieder zu hören, aber das Corona-Virus hat die Nase nicht voll von uns», sagte Tedros.

(dpa)

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