Die Coronakrise hat in Japan den Feiertag anlässlich der Volljährigkeit von mehr als einer Million junger Menschen überschattet. Aus Sorge vor einer Ausbreitung des Virus wurden die traditionellen Zeremonien am Montag in Yokohama und anderen Orten anders als üblich mehrmals in kleineren Gruppen abgehalten, wie lokale Medien berichteten. Zu diesen Feierlichkeiten tragen die jungen Japanerinnen prachtvolle Kimonos mit langen Ärmeln und weißem Pelzschal und die Männer heutzutage überwiegend schwarze Anzüge und nur noch vereinzelt einen traditionellen Hakama-Hosenrock. Viele Gemeinden mussten dieses für Japan wichtige Ereignis wegen der Pandemie sogar erstmals ganz absagen. Stattdessen wurden die Zeremonien für die neuen Erwachsenen dort online mit Video-Botschaften abgehalten.
In Japan hat man die Volljährigkeit mit dem vollendeten 20. Lebensjahr erreicht. Dieses Ereignis wird stets am zweiten Montag im Januar mit einem nationalen Feiertag gewürdigt. Nach offiziellen Angaben haben 1,24 Millionen Menschen zwischen dem 1. April 2020 und dem 31. März dieses Jahres das 20. Lebensjahr erreicht oder werden es erreichen. Das sind rund 20 000 Menschen mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit zwei Jahren. Zugleich zählt das rasant alternde Japan damit jedoch nur noch halb so viele Volljährige wie 1970, als die Generation der BabyBoomer das Erwachsenen-Alter erreicht hatte. Ab April 2022 ändert sich in Japan das Volljährigkeitsalter: Dann ist man so wie in Deutschland auch in Japan bereits mit 18 Jahren mündig.