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Trotz Appellen: Erste Besucher an Bayerns Ausflugszielen

14:29
09.01.2021
Den großen Ansturm haben Bayerns beliebte Ausflugsziele am Samstagvormittag noch nicht verzeichnet. Doch trotz der Appelle, zu Hause zu bleiben, waren schon viele Ausflügler unterwegs. Insbesondere am Schwansee (Landkreis Ostallgäu) war der Besucherandrang bereits am Morgen stark. «Der Schwansee ist und bleibt Problemkind», sagte am Sonntag ein Polizeisprecher. Besucherparkplätze seien bereits früh überfüllt gewesen. In den vergangenen Tagen waren dort bis zu 600 Personen auf dem Eis gewesen. Um an die geltenden Anti-Corona-Maßnahmen zu erinnern und Verstöße zu ahnden, habe man Polizisten in Schlittschuhen auf das Eis geschickt.

Andernorts in Bayern blieb es zunächst ruhig. Im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald verzeichnete die Polizei am Vormittag noch kein verstärktes Besucheraufkommen. Man gehe aber davon aus, dass die Zahl an Ausflüglern spätestens gegen 13 Uhr ansteige.

(dpa)

Söder: Müssen Lockdown verlängern und vertiefen

14:28
09.01.2021
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. «Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einigen Stellen auch noch vertiefen», sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40 000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. «Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz.» Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. «Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe.»

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. «Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch.» Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. «Aber wir sind im Januar.»

(dpa)

Wissenschaftler Brettschneider: Eisenmann aus Schusslinie nehmen

12:24
09.01.2021
CDU-Herausforderin Susanne Eisenmann wird es nach Einschätzung eines Politexperten bei der Landtagswahl schwer haben gegen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Kultusministerin habe insbesondere in der zweiten Corona-Welle keine gute Figur abgegeben, als sie sich gegen die Politik von Kretschmann und auch gegen den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt habe, sagte Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim dem «Südkurier» (Samstag). «Und wenn sie dann auch noch sagt, dass eine Planung für Schulen derzeit langfristig leider nicht möglich ist, fragt man sich schon, wozu man dann eigentlich eine Kultusministerin braucht.» Zudem sei Eisenmann recht unbekannt.

Amtsinhaber Kretschmann hingegen stehe genauso unangegriffen da wie vor fünf Jahren, sagte Brettschneider der Zeitung weiter. «Es ist ihm gelungen, keine Kratzer abzubekommen. Er ist unangefochten.» Das einzige Thema, das für den 72-Jährigen schwierig werden könnte, sei das Alter. Das passiere aber erst, wenn der Eindruck entstehe, dass ein Ministerpräsident nicht mehr so leistungsfähig ist wie vorher. «So lange es den Menschen gut geht und sie den Eindruck haben, dass er verantwortungsvoll mit den Themen im Land umgeht, stört sie sein Alter nicht», sagte der Professor. Dass Kretschmann bis zur Wahl Mitte März etwas schaden könne, sei nicht zu erwarten. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er irgendetwas Unberechenbares machen würde», sagte Brettschneider. «Da ist er nicht der Typ dafür.»

Die Grünen lagen im Umfragen zuletzt vor der CDU. Um das zu ändern, müsste Eisenmann aus Sicht Brettschneiders aus der Schusslinie, «in die sie sich selbst immer bringt. Wenn sie kontrolliert handeln würde, wäre es für die CDU schon einmal ein Pluspunkt». Ein weiterer Faktor sei die Entscheidung über den CDU-Vorsitz auf Bundesebene. «Das wird in Baden-Württemberg, wo die Unterstützung an der Basis für Friedrich Merz sehr stark ist, vermutlich Spuren hinterlassen.»

(dpa)

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