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China bremst Suche von WHO-Experten nach Ursprung des Virus

11:12
06.01.2021
China verzögert weiter die Einreise von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ursprünge des Coronavirus erkunden sollen. Außenamtssprecherin Hua Chunying begründete den Aufschub am Mittwoch vor der Presse in Peking mit nötigen Vorbereitungen. «Wir müssen noch Schwierigkeiten überwinden, um unsere internen Vorbereitungen voranzubringen und gute Bedingungen für die Experten zu schaffen, nach China zu kommen.»

Die chinesische Regierung und die WHO stünden noch in Konsultationen über den Besuch der Experten, sagte die Sprecherin. Die Suche nach dem Ursprung des Virus sei eine komplizierte Sache. «Wir müssen notwendige Verfahren durchlaufen und besondere Absprachen treffen.» Es gehe nach ihrem Verständnis «nicht nur um Visa, sondern auch um Termine und einige andere Details».

Die Sprecherin reagierte damit auf die Frustration aufseiten der WHO, nachdem China die Einreise in letzter Minute geblockt hatte, wie ihr Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Vortag in Genf mitteilte. Die Experten hatten die Reise demnach zum Teil schon angetreten, waren umgekehrt oder hatten ihre Abreise gestoppt. Entgegen den Absprachen habe Peking kurzfristig mitgeteilt, dass die nötigen Einreisepapiere doch noch nicht vorlägen, so Nothilfekoordinator Michael Ryan.

Es war geplant, dass die Experten nach der Ankunft in China erst zwei Woche in Quarantäne müssen. Die WHO verhandelt schon seit Monaten mit China über diese Expertenmission. Die Diskussionen kamen nur zäh voran. Jeder einzelne Experte muss von chinesischer Seite abgesegnet werden, bevor das Team die Arbeit aufnehmen kann. Die Experten wollten unter anderem in die zentralchinesische Metropole Wuhan reisen, wo das Virus auf einem Markt zuerst nachgewiesen worden war.

Chinesische Behörden streuen aber seit Monaten Zweifel daran, dass das Virus überhaupt aus China stammt. Staatsmedien verweisen auf unbestätigte Berichte, dass es mögliche Sars-CoV-2-Infektionen vor der Entdeckung der ersten Fälle Anfang Dezember 2019 in Wuhan schon in anderen Ländern gegeben haben soll. Auch wird auf heutige Spuren des Virus auf tiefgefrorenen Lebensmitteln als möglichen Beweis darauf verwiesen, dass das Virus aus dem Ausland gekommen sein könnte. Forscher vermuten hingegen Fledermäuse aus Südchina als mögliche Ursprungsquelle.

(dpa)

Einzelhändler: Lage durch neuen Lockdown «katastrophal»

11:10
06.01.2021
Die Verlängerung des Corona-Lockdowns durch Bund und Länder wirkt sich nach Ansicht der Einzelhändler katastrophal auf die Branche aus. «Je länger der Lockdown andauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und desto mehr werden pleitegehen», sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, der «Stuttgarter Zeitung». Im schlimmsten Fall müsse man damit rechnen, dass sich die prognostizierten 6000 Schließungen auf rund 12 000 Schließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren verdoppelten. Kurzfristig stünden 100 000 Arbeitsplätze im Südwesten auf der Kippe, langfristig seien es bis zu 200 000, sagte Hagmann.

Die Branche fühle sich in der Krise allein gelassen, sagte die Geschäftsführerin. «Es werden zwar immer Milliardenhilfen von Seiten der Politik angekündigt, tatsächlich kommen die Hilfen aber im Einzelhandel nicht zur Auszahlung, weil die Zugangshürden viel zu hoch sind.» Viele Unternehmen hätten ihr Eigenkapital weitgehend aufgezehrt und benötigten wirtschaftliche Unterstützung. Der Verband fordere für die Handelsbranche Zuschüsse nach dem Vorbild der außerordentlichen November- und Dezemberhilfen. Von diesen profitiert beispielsweise das bereits seit längerem weitgehend geschlossene Gastgewerbe.

Hagmann begrüßte aber, dass Einzelhändler in Baden-Württemberg künftig zumindest im Internet bestellte Waren an die Kunden herausgeben dürfen - das sogenannte Click&Collect. Viele Händler hatten in den vergangenen Monaten entsprechende Angebote entwickelt.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die ursprünglich bis zum 10. Januar vereinbarten Lockdown-Regeln bis zum Monatsende zu verlängern. Zudem vereinbarten sie noch strengere Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich.

(dpa)

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