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Grünen-Experte hält neue Corona-Beschlüsse nicht für ausreichend

08:14
06.01.2021
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hält die beschlossene Verlängerung und Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht für ausreichend, um die Pandemie in den Griff zu kriegen. Statt einer planbaren Perspektive habe man erneut geplante Perspektivlosigkeit bekommen, sagte Dahmen am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin». Die Impfstrategie werde zu langsam umgesetzt, Schnelltests zur Selbstanwendung würden zu langsam eingesetzt, und bei der Verfolgung von Kontakten über Gesundheitsämter und die Corona-Warn-App herrsche weiter «Konzeptlosigkeit».

Er könne als Arzt überhaupt nicht verstehen, dass erst knapp ein Viertel der gelieferten Impfdosen bereits verabreicht sei, sagte Dahmen. Der Impfstoff müsse zu den Menschen gebracht werden, denn «wie Waschstraßen» geplante Impfzentren funktionierten für junge, mobile Menschen, aber nicht für ältere, die wegen ihres höheren Risikos zuerst geimpft werden sollen. Stattdessen müssten verstärkt Hausärzte und mobile Impfteams zum Einsatz kommen. «Wir müssen den Impfstoff zu den Menschen bringen», forderte Dahmen. Da seien auch die Grünen in den Landesregierungen gefordert.

Am Dienstag hatten Bund und Länder beschlossen, die geltenden Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland zu verlängern und zu verschärfen. Andere Maßnahmen, etwa Arbeitsschutz durch Homeoffice und konsequentes Tragen von Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz, die wirkungsvoller sein könnten als eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, sei «ein Stück weit außen vor geblieben», kritisierte Dahmen.

(dpa)

21 237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle gemeldet

08:13
06.01.2021
Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21 237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

«Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden», hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 127,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 262,1 und Thüringen mit 244,6. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 808 647 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 06.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 36 537. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 451 000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 0,81 (Montag: 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

(dpa)

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