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20210105183904

WHO: Größerer Abstand zwischen Corona-Impfen nur im Ausnahmefall

18:38
05.01.2021
Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten es in Ausnahmefällen für vertretbar, die Verabreichung der zweiten Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer um etwa zwei Wochen hinauszuschieben. Idealerweise sollten die beiden für den Impfschutz nötigen Dosen aber im Abstand von 21 bis 28 Tagen gegeben werden, sagte Alejandro Cravioto, der Vorsitzende des Strategischen Beirats für Immunisierungsfragen (SAGE), der die WHO in Impffragen berät, am Dienstag in Genf. Ob das für Länder in Frage komme, hänge auch davon ab, wann sie wie viel Nachschub des Impfstoffs erhielten.

Ähnlich haben sich andere Wissenschaftsgremien bereits geäußert. Die britischen Behörden hatten angesichts der hohen Infektionszahlen und der Lieferengpässe mit dem Impfstoff einen noch größeren Abstand von bis zu zwölf Wochen empfohlen. Der Beirat gibt lediglich Empfehlungen heraus. Behörden steht es frei, ihre eigenen Richtlinien anzuwenden.

Es gebe bislang zu wenige Informationen, um klare Empfehlungen für das Impfen von schwangeren und stillenden Frauen zu geben, teilte der Beirat mit. Dabei müssten die individuellen Risiken abgewogen werden. Wenn die Frauen zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehörten - etwa als Pflegekräfte - könne eine Impfung angezeigt sein.

(dpa)

«Die Maßnahmen, die wir beschlossen haben sind einschneidend. (...) Sie sind härter.» Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach der Bund-Länder-Konferenz zur weiteren Corona-Strategie. 18:36
05.01.2021

Merkel: Werden im zweiten Quartal deutlich mehr Impfdosen haben

18:37
05.01.2021
In Deutschland können nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Dann werde es «nach menschlichem Ermessen» deutlich mehr Impfdosen geben, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach neuerlichen Video-Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage. Merkel warb für Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. «Wir werden im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können.» Zudem sei es richtig, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten in der Europäischen Union organisiere.

Merkel betonte die Bedeutung des Terminmanagements bei den Impfungen. Wenn Impfstoff da sei, müsse dieser auch verimpft werden können. Dies bedürfe eines Höchstmaßes an Berechenbarkeit, «ohne dass wir den Zulassungsbehörden vorgreifen können». Die SPD hatte nach anfänglichen organisatorischen Problemen beim Impfstart sowie angesichts des knappen Impfstoffs heftige Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geübt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, Planungssicherheit sei den Ministerpräsidenten sehr wichtig. Zentral sei eine Antwort auf die Frage: «Wie verlässlich, wie planbar sind die nächsten Lieferungen?» In Berlin gingen aktuell Einladungsbriefe heraus an die Über-80-Jährigen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: «Impfen ist Hoffnung.» Man dürfe aber keine falsche Hoffnung haben. Genaue Prognosen zur künftigen Zahl der Impfdosen seien nicht möglich. Das liege in der Hand der Hersteller. Aber: «Es ist auch genügend bestellt worden.»

(dpa)

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