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Spahn hofft auf schnelle Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs

15:02
03.01.2021
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt zur Lösung der Probleme bei den Corona-Impfungen auf eine schnelle Zulassung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca. Dabei strebt er aber keinen deutschen Alleingang an. «Ideal wäre eine zügige europäische Zulassung», sagte Spahn der «Rheinischen Post». Der Impfstoff, der in Großbritannien bereits zugelassen ist, wird derzeit von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der Impfstoff von Biontech, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger.

Die Kritik an der deutschen Impfstrategie hält Spahn für ungerechtfertigt. «Wir haben ausreichend Impfstoff für Deutschland und die EU bestellt», betonte er. «Das Problem ist nicht die bestellte Menge. Das Problem ist die geringe Produktionskapazität zu Beginn – bei weltweit extrem hoher Nachfrage.» Das sei aber von Anfang an klar gewesen.

Beim Tempo der Impfungen sieht er auch die Länder in der Pflicht.
«Bei einigen läuft die Impfkampagne schneller an als bei anderen», sagte Spahn. «Dass es keine bundeseinheitliche, sondern diese unterschiedliche Herangehensweise gibt, war eine sehr bewusste Entscheidung der Länder. Nun muss diese Entscheidung gemeinsam bestmöglich umgesetzt werden.»

(dpa)

Mehrere EU-Länder kritisieren langsamen Impfstart

14:11
03.01.2021
In mehreren EU-Ländern laufen die Impfungen gegen das Coronavirus nur schleppend an. Eine Woche nach dem symbolischen Auftakt der Corona-Impfungen hat Italien bis Sonntagmorgen offiziell erst etwa 80 000 Dosen an Menschen gespritzt. Nach Behördenangaben verfügt das Mittelmeerland, das bisher rund 75 000 Covid-Opfer registrierte, seit Jahresende über knapp 470 000 Dosen des Impfstoffs der Unternehmen Pfizer und Biontech. Nach dem Auftakt der Immunisierungskampagne vom Sonntag vor einer Woche laufen seit dem 31. Dezember Massenimpfungen. Mehrere Zeitungen berichteten jedoch am Wochenende über Schwierigkeiten zum Start.

Wie «La Repubblica» am Samstag schrieb, fehlte es um den Jahreswechsel an Impfärzten und Mitarbeitern in Krankenhäusern. Auffällig ist, dass es große Unterschiede bei den Impf-Quoten zwischen den Regionen gibt: Die reiche Lombardei im Norden des Landes, in der die Corona-Pandemie besonders stark zugeschlagen hat, liegt dabei deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Dort waren rund 80 000 Dosen eingetroffen. Bis Sonntag gegen 9 Uhr waren nach der Statistik aber nur rund 2400 (3 Prozent) davon gespritzt worden.

Der Vatikan will voraussichtlich in der zweiten Januarhälfte mit den Schutzimpfungen seiner knapp 1000 Bewohner gegen Corona beginnen. Das teilte die Gesundheitsbehörde des Kirchenstaates am Samstag mit.

In Frankreich gibt es bisher keine genauen Angaben dazu, wie viele Menschen geimpft wurden. Medien sprechen teils von wenigen Hunderten und berufen sich unter anderem auf eine Website, die von einem Datenwissenschaftler auf Basis der Angaben von Gesundheitsbehörden betrieben wird. CovidTracker zufolge wurden mit Stand Samstagabend etwa 430 Menschen geimpft. Nach Kritik am langsamen Anlaufen der Impfkampagne versprach ein Regierungssprecher in Paris mehr Tempo.

Die Niederlande haben mit den Impfungen noch gar nicht begonnen. In einer Lagerhalle in Oss im Osten des Landes liegen seit Tagen ungenutzt rund 175 000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Ursprünglich wollte das Land erst am 8. Januar mit den Impfungen beginnen. Nach starkem Druck von Medizinern und Öffentlichkeit wollen die Niederlande den Impfstart nun doch vorziehen. Zunächst sollen 30 000 Mitarbeiter in Krankenhäusern gegen das Virus geimpft werden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Den Haag mit. Die Niederlande sind das einzige Land der EU, das noch nicht impft.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat die Beschaffung von Corona-Impfstoff in der Europäischen Union verteidigt. «Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen, sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten», sagte Kyriakides am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Zugleich versprach sie schrittweise Verbesserungen bei der Impfstoff-Versorgung.

In Deutschland waren mit Stand Sonntagmorgen nach RKI-Angaben rund 240 000 Menschen geimpft. In Israel haben bereits mehr als eine Million Menschen eine Impfung erhalten. Der Oxford-Website «Our World in Data» zufolge sind das 12,59 Geimpfte pro 100 Einwohner (Stand 2. Januar) - Das Land ist damit der Homepage zufolge einsame Spitze.

(dpa)

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