Letztes Update:
20201218064926

Erstmals über 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet

04:56
18.12.2020
Erstmals sind in Deutschland mehr als 30 000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 33 777 Infektionen gemeldet, wie das RKI am Freitagmorgen mitteilte. In der Zahl sind 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren. Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30 277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle erreichte mit 813 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

Am vergangenen Freitag (11.12.) war mit 29 875 der bisherige Höchststand an Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 598. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Freitag auf 24 938.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende Sieben-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - stieg am Freitag an und erreichte mit 184,8 einen Höchststand. Am Donnerstag hatte der Wert bei 179,2 gelegen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1 439 938 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 18.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1 069 400 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,97 (Vortag 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken. Das RKI weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der Wert aufgrund noch ausstehender Datenübermittlungen nur eingeschränkt verwertbar ist. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab.

(dpa)

Bestatter im Südwesten durch Corona noch nicht überlastet

04:50
18.12.2020
Die Zahl der Corona-Toten erreicht von Woche zu Woche Rekordwerte. In Baden-Württemberg sind etwa 3700 Menschen mit oder am Coronavirus gestorben. Bestatter müssen aktuell zwar keine Extra-Schichten schieben, sie sind aber auf Schlimmeres vorbereitet.

Bestatter im Südwesten sind angesichts der steigenden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus noch nicht an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. «Wir gehen bis jetzt davon aus, dass wir die nächsten Wochen keine Zustände erleben müssen, wie wir sie im Frühjahr beispielsweise in Bergamo gesehen haben», sagte der stellvertretende Landesinnungsmeister des Bestattungsgewerbes in Baden-Württemberg, Ralf Homburger. Man beobachte die Entwicklung aber täglich.

Sorge bereite ihm, dass sich aktuell immer mehr ältere Menschen mit dem Virus infizieren. Es sei noch mit sehr vielen Toten und mit sehr viel Leid zu rechnen, sagte er. «Die Kollegen in unserer Landesinnung haben sich auf eine schlimme Situation schon zu Beginn der Pandemie eingestellt.»

In Baden-Württemberg sind bisher etwa 3700 Menschen mit oder am Coronavirus gestorben. Allein in den vergangenen vier Wochen waren es mehr als 1400 - Tendenz steigend.

Die Arbeit der Bestatter habe sich durch die Krise deutlich geändert, sagte Homburger - gerade was das Zwischenmenschliche angehe. «Ganz einfache menschliche Gesten wie ein Händedruck zur Beileidsbekundung unterbleiben derzeit.» Dies sei sehr belastend.

Und auch der Umgang mit den Corona-Toten habe besondere Anforderungen. Man müsse auf sehr viele Hygienemaßnahmen achten. «Eine Ansteckung über Aerosole, welche auch durch einen Verstorbenen an die Umgebung, beispielsweise bei einer Umlagerung, abgegeben werden können, als auch eine Schmierinfektion sind möglich», so Homburger.

(dpa/lsw)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen