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Buckingham-Palast: Impfung ist Privatsache der Queen

14:10
02.01.2021
Mit ihren 94 Jahren gehört sie zur Hochrisikogruppe: Aber ob die britische Königin Elizabeth II. bereits gegen das Coronavirus geimpft wurde, soll Privatsache bleiben. Das sagte eine Sprecherin des Buckingham-Palasts am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in London. Öffentliche Äußerungen dazu werde es nicht geben. Die Queen hatte die Weihnachtstage gemeinsam mit Prinz Philip (99) auf Schloss Windsor verbracht und auf Familientreffen verzichtet.

Weniger Scheu vor der Öffentlichkeit hatte die dänische Königin Margrethe II. (80) gezeigt. Sie wurde an Neujahr gegen das Coronavirus geimpft, wie das dänische Königshaus am Freitagnachmittag mitteilte. Ihre zweite Dosis erhält sie demnach in rund drei Wochen.

In Großbritannien wurden nach Angaben der Regierung mittlerweile eine Million Menschen gegen Corona geimpft. Von kommender Woche an soll neben dem Impfstoff von Biontech und Pfizer auch das von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca entwickelte Präparat verabreicht werden. Bis der Anteil der Geimpften der Situation tatsächlich spürbare Erleichterung verschafft, dürften jedoch noch Wochen und Monate vergehen.

Stefanie Kübler

Leopoldina-Mitglied kritisiert Bund wegen Impfstoffbeschaffung

12:42
02.01.2021
Im Zentrum für Psychiatrie in Hirsau gibt es etwa 55 mit Corona infizierte Patienten. Dennoch, sagt Klinikgeschäftsführer Michael Eichhorst, sei die Situation keinesfalls entglitten. Gleichwohl mehren sich Mitarbeiterbeschwerden, und für Angehörige wird es zunehmend komplizierter, mit Patienten in Kontakt zu bleiben.

Die Neurologin Frauke Zipp, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, hat der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Beschaffung von Impfstoffen in der Corona-Pandemie vorgeworfen. «Ich halte die derzeitige Situation für grobes Versagen der Verantwortlichen», sagte sie der «Welt» (Samstag). «Warum hat man im Sommer nicht viel mehr Impfstoff auf Risiko bestellt?» Es habe diese Angebote gegeben, «wir hätten sie jetzt zur Verfügung». Nach ihrem Kenntnisstand habe das Unternehmen Biontech im Spätsommer wesentlich mehr Impfdosen angeboten.

Die Leopoldina gehört zu den wichtigsten Beratern der Regierung in der Pandemie. Leopoldina-Mitglied Zipp ist Direktorin der Klinik für Neurologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Sie erforscht entzündliche neurologische Erkrankungen.

Biontech hatte am Freitag erklärt, mehr Corona-Impfstoff als bisher geplant an die EU liefern zu wollen. Das Unternehmen befinde sich «in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können», teilte Unternehmenschef Ugur Sahin der Deutschen Presse-Agentur mit. Hintergrund sind Klagen über die Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten. Sowohl Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als auch die EU-Kommission müssen sich Kritik anhören.

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte der «Welt»: «Die Kritik an der Impfstoffbeschaffung ist sehr ernst zu nehmen.» Am Beispiel Israels und anderer Länder sehe man, dass es möglich sei, schneller zu impfen. «Die Bundesregierung muss sehr gut erklären, warum das in Deutschland so schleppend läuft.» Die Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, sagte, dass es «aus heutiger Sicht sicher besser gewesen wäre, mehr und verschiedene Impfstoffe bei den über hundert Entwicklern auf Risiko zu bestellen».

(dpa)

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