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Drosten-Räuchermann hat Tausende Fans

09:50
31.12.2020
Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich für das Kunsthandwerk im Erzgebirge zum Verkaufsschlager entwickelt: als Räuchermannfigur mit rauchendem Kopf. Eigentlich hätte er seine sieben festen Mitarbeiter ab Januar voll in Kurzarbeit schicken müssen, sagte Holzkünstler Tino Günther am Donnerstag auf Anfrage. Doch um die Bestellungen für seinen Räucher-Drosten abzuarbeiten, habe er nun zusätzliches Personal angeworben. Von Privatpersonen allein seien mehr als 5000 Bestellungen eingegangen, hinzu kämen viele Anfragen von Handelspartnern und Einzelhändlern. Nachgefragt wird die Figur auch aus dem Ausland, etwa Österreich, den USA und Japan, wie die «Freie Presse» (Donnerstagsausgabe) berichtete.

«Die Resonanz ist sensationell», freute sich Günther. Zahlreiche Medien auch aus dem Ausland hätten über seine Figur berichtet. «Mit jedem Bericht ist die Nachfrage wie die Ansteckungskurve nach oben gegangen.» Die Bestellungen machten inzwischen ein Volumen aus wie er sonst Umsatz in einem Jahr auf Weihnachtsmärkten erziele. Dabei sind Räuchermänner eigentlich gar nicht seine Spezialität: «Ich bin Spielzeugmacher, kein Drechsler.» Daher hat er Arbeiten auch an andere Firmen der Region vergeben, etwa die Herstellung der Arme oder Filzarbeiten.

Die 26 Zentimeter hohe Figur mit weißem Kittel und zerzaustem Haar steht auf einem stilisierten Corona-Virus. Zudem trägt sie einen Mundschutz. Dem Räuchermann kommt daher nicht wie sonst üblich der Rauch aus dem Mund - ihm raucht vielmehr der Kopf.

Mehr als 100 Stück seien bisher hergestellt worden. «So richtig beginnt die Produktion nun erst», erklärte Günther. Denn die Herstellung sei Handarbeit. Weitere Figuren mit Corona-Motiven oder eine Virologen-Serie plant der Holzkünstler angesichts des Erfolges seiner Drosten-Figur allerdings nicht. Zur Begründung schlägt einen Bogen zur Musik: «Nach einem Hit wird der zweite Song häufig ein Misserfolg.» Sein nächstes Projekt seien vielmehr Figuren für ein Holzspiel in Zusammenarbeit mit einer Kinderbuchautorin. 

Stefanie Kübler

Tageshöchstwert: Mehr als 3700 Corona-Tote in den USA

08:34
31.12.2020
In den USA hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Toten den zweiten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3744 Tote mit einer bestätigten Corona-Infektion - zwölf mehr als am Vortag, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Zudem gab es 229 042 bekannte Neuinfektionen. Der bisherige Höchstwert war am 18. Dezember mit 249 664 neuen Fällen registriert worden.

Auch die Anzahl der Covid-Patienten in US-Krankenhäusern stieg am Mittwoch mit mehr als 125 000 auf einen neuen Höchstwert, wie aus Daten des Covid Tracking Project hervorging. Seit Anfang Dezember bewegt sich die Zahl kontinuierlich über der Marke von 100 000. Das Covid Tracking Project wurde im Frühjahr beim Magazin «The Atlantic» begonnen und sammelt Daten zur Corona-Pandemie in den USA.

Wie zuvor in Colorado wurde nun auch in Kalifornien erstmals die Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen, wie Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch mitteilte. Der erstmals in Großbritannien entdeckte mutierte Virustyp ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat ist derzeit besonders schwer von der Pandemie betroffen.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang mehr als 19,7 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 342 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

(dpa)

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