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Südafrika verschärft Restriktionen nach Rekordmarke bei Corona-Fällen

19:17
28.12.2020
Als erstes Land des Kontinents hat Südafrika die Marke von einer Million nachgewiesener Corona-Fälle überschritten. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte daraufhin schärfere Restriktionen an, darunter für öffentliche Versammlungen. Eine Ausgangssperre gilt nun von 21 bis 6 Uhr. In einer TV-Rede an die Nation betonte er am Montagabend: «Wir sind nachlässig geworden.» Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hatte am Vortag inmitten einer zweiten Infektionswelle 1 004 413 Fälle seit März dokumentiert.

In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als Treiber für die neue Infektionswelle gilt. Das Tempo der Ausbreitung hat zugelegt. «Seit Heiligabend wurden 50 000 neue Infektionen gemeldet», sagte Ramaphosa. Seit Bekanntgabe des mutierten Virus haben viele Länder daher Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt. Am schwersten betroffen sind bisher die mit Niedersachsen partnerschaftlich verbundene Ostkap-Provinz um Port Elizabeth sowie die Westkap-Provinz um Kapstadt. Dort befindet sich die Gesundheitsinfrastruktur laut Medienberichten an der Kapazitätsgrenze. Die meisten Strände dürfen nicht mehr betreten werden.

Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangsbeschränkung verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Sie ging einher mit einem Verkaufsverbot für Alkohol, das nun wieder in Kraft gesetzt wird. Zudem müssen Restaurants und Bars nun um 20 Uhr schließen. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft, die auch unter immer häufigeren Stromengpässen leidet.

Die ersten Impfstoffe sollen im kommenden Jahr in Südafrika eintreffen: «Wir wurden informiert, dass wir die Impfstoffe im zweiten Quartal 2021 erwarten können.» Die Bevölkerung solle Silvester statt Böllern und Raketen symbolisch Kerzen für die Corona-Opfer und die Pflegekräfte anzünden. Das Coronavirus hat sich auf dem afrikanischen Kontinent zunächst relativ langsam verbreitet, die Gesamtzahl ist weiter gering im Vergleich zu anderen Regionen.

(dpa)

Neue Variante des Coronavirus: WHO rechnet demnächst mit Klarheit

18:42
28.12.2020
Die Untersuchungen über die neue Variante des Coronavirus dauern noch an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechne in den nächsten Tagen oder Wochen mit Ergebnissen entsprechender Studien aus Großbritannien und Südafrika, sagte die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf. Solche Untersuchungen bräuchten ihre Zeit. «Veränderungen sind normal, Veränderungen wurden erwartet und je mehr das Virus im Umlauf ist, desto mehr Gelegenheit zur Veränderung hat es», sagte Van Kerkhove. Eine der wichtigen Fragen ist, ob Impfungen auch bei der neuen Variante wirksam sind.

Ein Jahr nach den ersten Hinweisen auf das neue Virus aus China appellierte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Zwar sei das Bewusstsein für eine solche Herausforderung gestiegen. Aber es sei noch Zeit nötig, sich wirklich auf ähnliche weitere Krisen vorzubereiten. «Das Virus hat die Probleme, die wir haben, klargemacht.» Dazu gehöre das Ausmaß der Ungleichheit, der Armut und der Ausgeschlossenheit.

Für ihn selbst sei dieses Jahr besonders schwer gewesen. «Mein Land ist in Schwierigkeiten», sagte der gebürtige Äthiopier. In seiner Heimatregion Tigray lebten vielen Verwandte wie sein jüngerer Bruder, über deren Schicksal er nichts wisse. «Als ob Covid nicht genug wäre», so Tedros. In Äthiopien ist ein bewaffneter Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und der Zentralregierung in Addis Abeba ausgebrochen. In diesem Zusammenhang sind bislang mehr als 50 000 Menschen in den Sudan geflohen.

(dpa)

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