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Bayerischer Corona-Schnelltest erhält Sonderzulassung

13:25
28.12.2020
Ein von einem bayerischen Startup entwickelter neuer Corona-Schnelltest hat eine Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten. Das erklärte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montag in München. Das Schnellverfahren des Unternehmens GNA Biosolutions aus dem Münchner Vorort Martinsried soll Ergebnisse in weniger einer Stunde liefern, aber vergleichbar zuverlässig sein wie herkömmliche PCR-Tests. Das Testgerät ist transportabel und kann acht Proben gleichzeitig analysieren.

Probeweise eingesetzt wurde das Verfahren in den vergangenen Monaten am Münchner Flughafen. Aiwanger und Unternehmenschef Federico Bürsgens wollen die Einzelheiten an diesem Dienstag vorstellen.

Für den Covid-19-Erreger gibt es mehrere Testmethoden. Bei PCR-Tests wird Erbgut des Erregers nachgewiesen. Dieses Verfahren gilt als das zuverlässigste, ist aber vergleichsweise langsam und teuer. Daneben kommen mittlerweile günstigere Antigen-Schnelltests zum Einsatz, die innerhalb einer halben Stunde Ergebnisse liefern. Diese Antigen-Tests weisen nicht den Erreger als solchen nach, sondern bestimmte Proteine, die an das Virus gebunden sind, diese Methode gilt als weniger zuverlässig. Ein drittes Verfahren ist der Nachweis von Antikörpern gegen das Virus.

(dpa)

Neue Corona-Einschränkungen in Estland

12:34
28.12.2020
Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind in Estland strengere Maßnahmen über den Jahreswechsel und für Anfang 2021 in Kraft getreten. In der Hauptstadt Tallinn und der umliegenden Region dürfen gastronomische Betriebe seit Montag nur noch außer Haus verkaufen. Auch Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten bleiben weitgehend geschlossen. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen sind untersagt, im Freien dürfen daran nur noch bis zu zehn Personen teilnehmen. Die Regelungen, die zuvor bereits in der stark betroffenen Region Ida-Virumaa im Nordosten des baltischen EU-Landes eingeführt worden waren, gelten bis zum 17. Januar.

Ausgenommen von den Einschränkungen sind Kirchen: Sie dürfen offen bleiben, die Zahl der Gottesdienstbesucher ist aber auf maximal 50 Prozent der normalen Kapazität begrenzt. Mit den neuen Regelungen soll eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindert werden. Die Regierung in Tallinn stellte zugleich 23 Millionen Euro bereit, um Unternehmen in den betroffenen Branchen zu unterstützen.

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohner registriert seit dem Herbst einen deutlichen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung aktuell schlechter als in Deutschland. Die Bundesregierung hatte ganz Estland ab Samstag als Corona-Risikogebiet eingestuft. In dem Ostseestaat wurden seit Beginn der Pandemie bislang insgesamt fast 26 000 Fälle erfasst. 213 Menschen starben an dem Virus.

(dpa)

Winter-Ausflügler torpedieren Corona-Regeln - Appell vom Ministerium

12:33
28.12.2020
Winterlandschaft, wie sie sich viele zu Weihnachten wünschen. Und dann schaute auch noch hier und da die Sonne raus. Klar, dass viele Menschen da an die frische Luft wollten. Nur passt das nicht so ganz zu den Corona-Regeln. Und das nächste lange Wochenende folgt schon.

Trotz teils chaotischer Zustände durch unzählige Tagesausflügler rund um Weihnachten vor allem im Schwarzwald und auf der Alb belässt die Regierung es bei den geltenden Maßnahmen. «Eine Verschärfung der Corona-Verordnung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt speziell für das anstehende lange (Feiertags)wochenende nicht geplant», teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Montag mit. «Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen.»

Er wies darauf hin, dass die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für private Treffen lediglich über die Weihnachtsfeiertage galten. Seither - und somit auch an Silvester, Neujahr sowie dem folgenden Wochenende - sind tagsüber Sport und Bewegung an der frischen Luft ausschließlich alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt.

Über die Weihnachtsfeiertage hatte es mancherorts Verkehrschaos gegeben, auch Rettungskräfte wurden behindert. Zudem registrierte die Polizei zig Verstöße gegen die Corona-Verordnung wie Mindestabstände.

Allein in die Gemeinde Dobel (Kreis Calw) strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen. Die Parkplätze waren überfüllt, es bildeten sich Staus. Mehr als 180 Falschparker bekamen nach Polizeiangaben ein Verwarnungsgeld. Die Zufahrten wurden zwischenzeitlich für Nicht-Einheimische gesperrt.

Etwa 80 Prozent der Abgewiesenen reagierten laut Dobels Bürgermeister Christoph Schaack verständnisvoll. «Bei den anderen 20 Prozent ist die Aggressivität aber leider sehr hoch.» Ein Autofahrer sei einem Helfer der freiwilligen Feuerwehr sogar über den Fuß und dann einfach weggefahren, schilderte Schaack. Das werde Konsequenzen haben.

Ausschlaggebend für den Ansturm waren nach seiner Einschätzung die vier bis fünf Sonnenstunden am Sonntag, die nicht angekündigt gewesen seien. Aber über Webcams könnten die Menschen im Umland die Lage gut verfolgen und seien dann mit dem Auto schnell da.

Inzwischen sei viel Schnee weggetaut und es sei eher matschig. Abhängig vom Wetterverlauf wolle er künftig frühzeitig Zufahrten sperren lassen, sagte Schaack der Deutschen Presse-Agentur. In den nächsten Tagen würden die Parkplätze daher regelmäßig kontrolliert, um rechtzeitig Polizei und freiwillige Feuerwehr zu mobilisieren.

Die Prognosen klingen bislang durchaus winterwetter-ausflugstauglich. Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie aber still.

Am beliebten Ausflugsziel Mummelsee herrschten ebenfalls «chaotische Zustände» beim Parken, wie ein Sprecher der Offenburger Polizei sagte. Allein am Sonntagnachmittag seien hier knapp 200 Verstöße geahndet worden - etwa wegen Parkens im absoluten Halteverbot. Entlang der Schwarzwaldhochstraße (B500) hätten so viele Autos gestanden, dass Polizei und Rettungskräfte kaum durchgekommen seien.

Mittels Lautsprecherdurchsagen seien die Ausflügler dazu aufgefordert worden, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten. Aufgrund der schieren Masse an Menschen sei eine durchgehende Ahndung von Verstößen aber nicht möglich gewesen. Für das verlängerte Neujahrswochenende seien von Seiten der Polizei zunächst aber keine Maßnahmen geplant, um einen möglichen erneuten Besucheransturm einzudämmen.

Auch am Kandel nahe Freiburg gab es laut Polizei am Wochenende wieder Chaos. Am Samstag sei der Parkplatz überfüllt gewesen, zahlreiche Parkverstöße wurden angezeigt. Auch hier riefen Beamte per Lautsprecher dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten. Man habe «den Berg beschallt», sagte ein Sprecher. Ab 12.00 Uhr wurde an beiden Wochenendtagen die Zufahrt zum Kandel zumindest teilweise gesperrt. Konkrete Planungen, um ähnliche Szenen am kommenden Wochenende zu verhindern, gab es laut einem Polizeisprecher aber auch hier zunächst nicht.

Auf der Albhochfläche im Landkreis Reutlingen herrschte Sonntag ebenfalls reger Ausflugsverkehr. Wanderparkplätze waren proppenvoll, überwiegend Fahrzeuge aus anderen Landkreisen parkten laut Polizei auch die landwirtschaftlichen Wege und angrenzenden Grünflächen zu. «Teilweise bestehende Durchfahrtsverbote wurden ignoriert, Warnbaken umfahren», hieß es im Polizeibericht. In Sonnenbühl staute sich der Verkehr auf der Zufahrt zum Skigebiet Roßberg.

Das hatte auch Folgen für den Rettungsdienst, der zu einer Frau wollte, mit der zwei Kinder auf einem Schlitten kollidiert waren. Die 52-Jährige war den Angaben zufolge nach dem Zusammenstoß vorübergehend nicht mehr ansprechbar und musste ins Krankenhaus. Doch nur mit Hilfe der Polizei habe der Rettungsdienst durchfahren können.

(dpa/lsw)

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