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Russland: Höchststand bei Corona-Toten und hohe Übersterblichkeit

12:44
25.11.2020
Russland hat mit 507 Coronavirus-Toten am Mittwoch einen neuen Tages-Höchststand verzeichnet. Die Zahl der Toten stieg auf insgesamt 37 538, wie Behörden in Moskau mitteilten. Zuletzt hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin besorgt gezeigt über die hohen Sterberaten. Insgesamt sind im flächenmäßig größten Land der Erde weiter Zweifel verbreitet, ob die Behörden das ganze Ausmaß der Corona-Krise wiedergeben.

Das unabhängige russische Portal Mediazona (zona.media) rechnete aus, dass es von April bis Oktober etwa 120 000 Tote mehr gegeben habe als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre für diesen Zeitraum. Die Übersterblichkeit habe demnach bei rund 18 Prozent gelegen. Der Oktober war laut Russlands Statistikbehörde nicht voll erfasst.

Im Juni etwa starben in Russland 162 758 Menschen. Das waren 25 521 Tote mehr als im Juni 2019 (137 237), wie aus der zentralen Statistik hervorgeht. Die russischen Behörden sehen sich seit längerem dem Vorwurf ausgesetzt, das wahre Ausmaß der Corona-Pandemie nicht offenzulegen. Der Experte für Bevölkerungsentwicklung, Alexej Rakscha, der das kritisiert hatte und im Statistikamt seine Arbeit verlor, sagte, es gebe auch andere Gründe für die Übersterblichkeit.

Viele Todesfälle könnten auch auf eine Überlastung des Gesundheitssystems zurückzuführen sein, weil etwa andere Patienten nicht behandelt werden könnten. Zu der Übersterblichkeit in den Zeiten der Pandemie teilte Kremlsprecher am Dienstag mit, dass dies «ein Thema tieferer Analyse» sei.

In Russland stieg die Zahl der Corona-Fälle am Mittwoch nach offiziellen Angaben um 23 675 Neuinfektionen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 18 633 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 14 771.

(dpa)

Kliniken: Corona-Beschränkungen bis ins neue Jahr nötig

12:40
25.11.2020
Angesichts weiter hoher Infektionszahlen halten die Kliniken Corona-Beschränkungen bis ins neue Jahr hinein für nötig. «Die Kapazitäten der Krankenhäuser dürfen nicht ausgereizt werden», sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Mittwoch. «Die Situation bleibt angespannt, aber noch beherrschbar.» Die Politik dürfe keine falschen Hoffnungen wecken. «Es ist nicht realistisch, der Bevölkerung zu vermitteln, dass wir im Januar und Februar eine signifikant andere Situation haben werden.»

Ein geringes Infektionsgeschehen wie in den Sommermonaten sei im Winter unrealistisch. «Beschränkungen werden bis ins Jahr 2021 notwendig sein, erst eine Impfung wird für spürbare Entspannung sorgen», sagte Gaß. Der bisherige Teil-Lockdown habe zwar das rasante Wachstum der Infektionszahlen gebrochen, sie seien aber weiter auf hohem Niveau. Auch eine punktuelle Ausweitung von Beschränkungen sei nötig, um das Infektionsgeschehen einzubremsen. «Wir hoffen, dass die Menschen so verantwortungsvoll handeln, dass die Feiertage nicht völlig unkontrolliert verlaufen und damit all das, was wir durch den Lockdown erreicht haben, wieder zunichte gemacht wird.»

Derzeit bestehe bundesweit kein Risiko einer absoluten Überlastung. In bestimmten Regionen und an einzelnen Standorten seien aber die Kapazitäten bereits ausgeschöpft. Zunehmend führten Krankenhäuser deswegen die sonstige Regelversorgung zurück. 

(dpa)

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