FDP-Fraktionschef Christian Lindner hat von der Bundesregierung mit Blick auf die Corona-Pandemie eine «Offensive für den Impfschutz» verlangt. «Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, ist gemessen am Grad der Bedrohung und der Freiheitseinschränkung noch zu gering», sagte Lindner an Dienstag in Berlin vor einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion. «Es ist eine Aufgabe der Bundesregierung, bereits jetzt daran zu arbeiten, dass die Menschen sich impfen lassen.»
Mit Blick auf die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch sagte Lindner: «Wir werden die Ergebnisse daran messen, ob sie eine dauerhaft durchhaltbare Krisenstrategie darstellen oder ob es eine Fortsetzung der Salamitaktik gibt.»
Es sei richtig, im Dezember weiterhin die Kontakte zu reduzieren, sagte Lindner. Der FDP fehle aber nach wie vor eine Debatte darüber, unter welchen Bedingungen öffentliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben wieder stattfinden könne. Aus FDP-Sicht sei es nicht notwendig, dass gastronomische Betriebe oder Museen dauerhaft geschlossen bleiben. Außerdem müsse es ein klares Bekenntnis zu einem regional differenzierten Vorgehen je nach Infektionslage geben. «Das ist freiheitsschonend und zugleich ein Beitrag, um die dauerhafte Akzeptanz der Corona-Maßnahmen zu sichern.»
Zugleich verlangte der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende, noch mehr für einen umfassenden Schutz besonders gefährdeter Gruppen wie Pflegebedürftige zu tun. «Die Zahl der Betroffenen in Pflegeeinrichtungen ist für uns zu hoch.» Lindner schlug unter anderem besondere Einkaufszeiten für gefährdete Gruppen oder Taxigutscheine vor, damit diese Menschen nicht Bus fahren müssen.