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Zentren für Massenimpfung kosten das Land fast 60 Millionen Euro

09:17
24.11.2020
Die Umsetzung der Corona-Impfungen kostet das Land von Mitte Dezember an rund 60 Millionen Euro. Das geht aus dem Impfkonzept des Landes hervor, das am Dienstag in der Kabinettssitzung in Stuttgart verabschiedet werden soll. «Ziel ist, die Impflogistik und die benötigten Strukturen für eine mögliche Verimpfung zum 15. Dezember 2020 bereitzustellen», heißt es in dem Papier weiter. Für Personal- und Sachkosten allein in den Impfzentren erwartet das Land bis Mitte April rund 58,2 Millionen Euro Kosten. Die Beschaffung des Impfbestecks und die Impfstoff-Logistik ist bereits mit 15 Millionen Euro veranschlagt und genehmigt. Die Kosten trägt laut Konzept das Land zunächst vollständig selbst.

Geplant ist aber, dass sich die gesetzliche Krankenversicherung zur Hälfte daran beteiligt. Rechtlich bindend ist das allerdings nicht. Mehrere Medien hatten zuvor bereits über die Kostenplanung berichtet.

Nach den bisherigen Plänen werden in den vier Regierungsbezirken insgesamt bis zu neun zentrale Impfzentren errichtet. In einem zweiten Schritt sollen bis zum 15. Januar ein bis zwei Kreis-Impfzentren pro Stadt- und Landkreis aufgebaut werden. Sobald ein Impfstoff verfügbar ist, kann nach Angaben des Sozialministeriums mit den Impfungen begonnen werden. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte bereits angekündigt, dass vom Impfstoff-Kandidaten von Biontech/Pfizer in einer ersten Tranche fünf Millionen Impfdosen bundesweit verfügbar sein sollen, davon in Baden-Württemberg 600 000.

Landesweit sollen bei Betrieb aller zentralen Impfzentren mindestens 1500 Menschen täglich geimpft werden können - zunächst ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal.

In den Kreis-Impfzentren plant das Sozialministerium mit etwa 800 Impfungen pro Tag oder 60 Impfungen pro Stunde. Eine Impfung soll an sieben Tagen der Woche von 7 bis 21 Uhr möglich sein.

(dpa)

Lauterbach: Verlängerung der Corona-Beschränkungen zwingend

06:34
24.11.2020
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verteidigt die geplante Verlängerung und teilweise Verschärfung der staatlichen Corona-Beschränkungen im Alltagsleben. Anders könnten Fallzahlen vor Weihnachten nicht ausreichend gesenkt werden, «also sind Verlängerung und Verschärfung notwendig», sagte er der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag). Bei der Eindämmung der Pandemie müsse gerade in den Schulen und bei den privaten Treffen mehr erreicht werden. Durchschlagend erfolgreich sei der Teil-Lockdown bisher nicht gewesen. «Die Zahl der Kontakte sollte mit dem Wellenbrecher-Shutdown um 75 Prozent reduziert werden, erreicht wurden schätzungsweise 40 Prozent», sagte Lauterbach.

Zugleich zeigte sich der SPD-Politiker zuversichtlich, dass es im Januar und Februar nicht zu einer gleichzeitigen Welle aus Grippe- und Corona-Erkrankungen kommt. «Wenn die Hygieneregeln gegen das Coronavirus eingehalten werden wird es auch viel weniger Grippeinfektionen geben», sagte Lauterbach.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, wertet die bisherigen Lockdown-Maßnahmen durchaus als Erfolg: «Hätten wir nichts getan, dann hätten wir heute schon 50 000 Neuinfektionen pro Tag», sagte er dem Blatt. «Auch das stabile Plateau ist ein Erfolg, denn davor hatten wir exponentielles Wachstum.»

(dpa)

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