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20201215171146

Kommissionschefin: Erste Impfungen in der EU noch im Dezember

16:36
15.12.2020
Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet mit ersten Corona-Impfungen in der Europäischen Union noch im Dezember. Dies schrieb von der Leyen am Dienstag auf Twitter. Zuvor hatte die Arzneimittelbehörde EMA die Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für das Vakzin von Biontech/Pfizer angekündigt.

«Jeder Tag zählt - wir arbeiten in vollem Tempo, um sichere und wirksame Covid-19-Impfstoffe zuzulassen», erklärte von der Leyen. Sie begrüße die Entscheidung der EMA, die entscheidenden Beratungen des Zulassungsgremiums auf vor Weihnachten vorzuziehen. «Wahrscheinlich, dass die ersten Europäer vor Ende 2020 geimpft werden.»

Die EMA hatte angekündigt, sie wolle am 21. Dezember ihr Gutachten über den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer vorlegen - bis zu acht Tage früher als geplant. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht gibt. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen.

(dpa)

Merkel beunruhigt: Nicht die Zeit für Ausnahmen

16:35
15.12.2020
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich beunruhigt über die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die Lage auf den Intensivstationen geäußert. «Es ist nicht die Zeit für Ausnahmen», sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in der Videositzung der Unionsfraktion im Bundestag nach den Entscheidungen von Bund und Ländern über einen harten Lockdown von diesem Mittwoch an. Sie wurde mit den Worten zitiert: «Wir tun uns gemeinsam nichts Gutes, wenn wir jetzt wieder nach der Ausnahme suchen. Weil wir dann noch länger im Lockdown verharren müssen.»

Sie sei ein bisschen beunruhigt, sagte Merkel nach diesen Angaben. So seien etwa die Schulregelungen in den einzelnen Bundesländern teilweise schon wieder sehr großzügig, kritisierte die Kanzlerin. Man müsse wieder herunter auf eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Menschen innerhalb einer Woche, weil man dann das Infektionsgeschehen nachvollziehen könne. Sonst könne nichts gelockert werden, betonte die Kanzlerin.

Merkel äußerte sich erleichtert über die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die bereits am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffes der Pharmaunternehmen aus den Pfizer aus den USA und dessen Partner Biontech aus Mainz vorlegen will. Merkel sagte nach diesen Informationen, es sei gut, dass es keine Notzulassung des Impfstoffes wie in anderen Ländern gebe. Die Nachricht habe die Regierung erfreut.

(dpa)

Anmeldepflicht und Gesangsverbot - Kirchen planen für Weihnachten um

16:34
15.12.2020
Die Kirchen im Südwesten passen ihre Pläne für Weihnachtsgottesdienste den neuen Corona-Verordnungen an. Klar ist: Die Veranstaltungen sollen stattfinden. Es gelten Vorgaben wie Abstands- und Hygieneregeln, Gesangsverbot und Anmeldepflicht. Viele Angebote im Internet, Radio und Fernsehen sollen es allen Menschen ermöglichen, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Die Lage stelle vor allem die Gemeinden vor große Herausforderungen, erklärte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am Dienstag in Karlsruhe nach Gesprächen mit der evangelischen Landeskirche Württemberg. Die Kirchen wollten alles dafür tun, dass nicht noch mehr Menschen krank werden oder sterben. «Aber zugleich spüren wir, dass die Menschen die Weihnachtsbotschaft ganz besonders brauchen: Gott wird Mensch und bringt Licht in unsere Dunkelheit.»

Die Landeskirche empfiehlt, ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zu digitalen Gottesdienstformaten oder Hausandachten einzuladen. «Bei einer Inzidenz von 300 oder mehr Fällen dürfen keine Präsenzgottesdienste stattfinden, auch nicht im Freien», hieß es in einer Mitteilung.

Die Erzdiözese Freiburg teilte mit, dass wegen der sehr dynamischen Situation die Planungen in den Gemeinden meist noch nicht abgeschlossen seien oder unter Vorbehalt der Corona-Entwicklung stünden. Wer einen Gottesdienst besuchen wolle, solle sich aber schon jetzt informieren, wie viele Plätze es gibt und wie man sich anmeldet. So könnten Warteschlangen vor den Kirchen vermieden werden.

Gottesdienste gelten auch in den landesweiten Ausgangsbeschränkungen als triftiger Grund, das Haus zu verlassen. Das Erzbistum empfiehlt den Gemeinden den Angaben nach aber, Gottesdienste so zu planen, dass die Gläubigen um 20.00 Uhr zu Hause sein können. Nur für den 24. Dezember gelte diese Empfehlung nicht - hier sind also auch Besuche der Christmette - zu einem späteren Zeitpunkt am Abend - möglich.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart kündigte ähnliche Pläne an. Ferner haben die christlichen Kirchen auf ihren Internetseiten viele Ideen, wie man Gottesdienste zum Beispiel auch zu Hause feiern kann.

Das Christentum hat in Baden-Württemberg nach wie vor eine große Bedeutung, auch wenn die Mitgliederzahlen der Kirchen seit Jahren sinken: Ende 2019 gehörten noch etwa 3,58 Millionen Menschen im Land der katholischen Kirche an (2018: 3,64 Millionen). Die evangelische Landeskirche in Württemberg hatte Ende vergangenen Jahres rund 1,96 Millionen Mitglieder (2018: 1,99 Millionen). In Baden gibt es noch rund 1,12 Millionen Protestanten (2018: 1,14 Millionen).

(dpa/lsw)

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