Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesländer aufgefordert, wie mit dem Bund vereinbart, neben Schulen auch Kitas weitgehend zu schließen. «Wir können jetzt keine Alleingänge der Länder gebrauchen. Beschäftigte, Eltern und Kinder benötigen Regelungen, auf die sie sich verlassen können. Das ständige Hin und Her der vergangenen Monate darf so nicht weitergehen», mahnte Björn Köhler, Kitaexperte und GEW-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Frankfurt. Deshalb sei es notwendig, den Lockdown in den Kitas in allen Bundesländern möglichst gleich umzusetzen. «Es ist niemandem mehr zu erklären, warum es für die Kitas mindestens 16 unterschiedliche Umsetzungsvarianten gibt», sagte Köhler.
Der Gewerkschafter sieht aber die Notwendigkeit, dass eine Notbetreuung für Familien, die dringend darauf angewiesen seien, sichergestellt werden müsse. Deshalb sei insbesondere in den nächsten Tagen verstärkt Wert auf Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften zu legen.
Der Deutsche Kita-Verband forderte, die Träger sollten vor Ort entscheiden können, was möglich sei und was nicht. «Wir können nicht wieder auf das System der Notbetreuung nur für Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufsgruppen zurückfallen», warnte die Bundesvorsitzende des Kitaverbands, Waltraud Weegmann, am Dienstag. «Generell brauchen wir eine Öffnungsstrategie für Januar und einen langfristigen Plan für das Frühjahr 2021», forderte sie von der Politik.