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20201214163731

EMA: Zulassung von Corona-Impfstoff so schnell wie möglich

15:59
14.12.2020
Das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff ist nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA kaum zu beschleunigen. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke, am Montag in Amsterdam. «Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten Covid-19-Impfstoffes». Die Fristen würden allerdings im Laufe des Prüfverfahrens «ständig neu bewertet».

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Verzögerung bei der Zulassung. «Es sei erklärungsbedürftig, dass Großbritannien schon einen deutschen Impfstoff einsetzen kann, wir aber noch nicht», sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online. «Wir hätten neben dem europäischen Zulassungsverfahren gleichzeitig ein nationales laufen lassen sollen», so Lauterbach.

Die EMA-Chefin betonte, dass es keine Abstriche bei der Sicherheit geben werde. «Die europäischen Bürger haben uns gesagt, dass sie eine schnelle Zustimmung wollen, aber viel wichtiger, sie wollen eine gründliche Überprüfung von Nutzen und Risiken des Impfstoffes, so dass sie überzeugt sind, es ist sicher, wirksam und von hoher Qualität.»

Im Gegensatz zu den USA, Kanada und Großbritannien erteilt die EU keine Notzulassung. Die bedingte Marktzulassung stelle sicher, so die EMA-Chefin, dass die Covid-19-Impfstoffe die EU-Standards für alle Impfstoffe und Arzneimittel erfüllten.

(dpa)

Rückschlag für «Tübinger Weg» - Immer mehr Infektionen in Heimen

15:55
14.12.2020
Einige Zeit galt das Modell Tübingen mit seiner Anti-Corona-Strategie als Vorbild für andere Städte, jetzt gibt es Rückschläge. Nachdem bis Mittwoch vergangener Woche kein einziger Infektionsfall in den Pflegeeinrichtungen registriert worden war, sind jetzt gleich drei Tübinger Pflegeeinrichtungen betroffen, wie Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) am Montag mitteilte. «Obwohl es mehrfach Infektionen bei den Pflegekräften gab, hat die Barriere, die wir durch die regelmäßigen Schnelltests errichtet haben, in den meisten Fällen gehalten. Leider war das Netz nicht engmaschig genug, denn wir konnten die Tests nicht verpflichtend anordnen», sagte Palmer.

(dpa/lsw)

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