Letztes Update:
20201123140712

EU-Behörde: Deutsche Corona-Maßnahmen reichen womöglich nicht aus

14:06
23.11.2020
Die derzeit in Deutschland geltenden Corona-Maßnahmen könnten nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC womöglich nicht genügen, um die Infektionszahlen bis Weihnachten zu verringern. «Es gibt neun Länder, in denen wir prognostizieren, dass die momentanen Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, um zu einem Abwärtstrend bei der Inzidenz der bestätigen Fälle zu führen», hieß es in einem am Montag veröffentlichten ECDC-Bericht. Dazu zählt demnach auch Deutschland. In einem alternativen Szenario, in dem die Bevölkerungen dieser Staaten zu ihrem Verhalten von Anfang April zurückkehren, rechnet das ECDC mit rückläufigen Corona-Zahlen.

Bei zehn Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), die Ende Oktober oder Anfang November Lockdowns und andere strikte Maßnahmen umgesetzt haben, schätzt die Behörde dagegen, dass dieses Vorgehen ähnlich starke Effekte haben dürfte wie während der ersten Hochphase der Pandemie im Frühjahr. Für zwölf weitere Staaten geht das ECDC bei den derzeitigen Maßnahmen ebenfalls von einer Verringerung der Fallzahlen, Krankenhaus- und Todesfälle auf ein niedriges Niveau aus, allerdings einer langsameren als im April.

Das in Stockholm ansässige ECDC stellte klar, dass die bestätigten Infektionen und damit verbundene Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bis Ende Oktober in jedem EWR-Land wieder zugenommen haben. Dies lasse sich nicht länger nur mit der gesteigerten Testrate begründen.

Mit dem Bericht will das ECDC aufzeigen, wie sich die Zahl der Corona-Infektionen und -Todesfälle sowie der Bedarf an Krankenhaus- und Intensivbetten in den kommenden Wochen entwickeln könnte. Dafür hat es zwei Szenarien entworfen: Bei dem ersten bleiben die am 10. November gültigen Corona-Maßnahmen in den verschiedenen EWR-Ländern bis Weihnachten in Kraft, bei dem zweiten wird eingeschätzt, wie groß die Effekte einer Rückkehr zu den Maßnahmen aus dem April sind. Die Gesundheitsexperten wiesen jedoch darauf hin, dass die Daten mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Auch zur internationalen Debatte über mögliche Folgen eines Aufhebens der Corona-Maßnahmen für die Weihnachtszeit äußerte sich das ECDC: Wenn Länder ihre jetzt ergriffenen Maßnahmen am 21. Dezember wieder aufheben würden und den Menschen ermöglichten, sich wieder freier zu treffen, hätte dies in der ersten Januarwoche 2021 eine Zunahme der Krankenhauseinweisungen zur Folge. Wenn diese Maßnahmen bereits am 7. Dezember fallen, dürfte diese Zunahme vor dem Heiligen Abend beginnen.

(dpa)

Unternehmensumfrage: Arbeitsleistung im Homeoffice oft schlechter

14:06
23.11.2020
Die Umstellung auf Homeoffice in der Corona-Pandemie ist einer Umfrage zufolge 84 Prozent der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen leichtgefallen. Allerdings ist das Arbeitsergebnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice nach Ansicht von 37 Prozent der befragten Manager und Personalchefs schlechter geworden, teilte das Ifo-Institut am Montag mit. 44 Prozent sähen gleiche, 18 Prozent bessere Arbeitsleistungen als am üblichen Arbeitsplatz.

Verglichen zum persönlichen Kontakt am Arbeitsplatz leidet für 59 Prozent der Befragten die Zusammenarbeit in der Heimarbeit. Nur 7 Prozent finden sie besser. Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, sie wollten Homeoffice dennoch langfristig stärker nutzen.

Probleme bei der Umstellung auf Homeoffice gab es demnach eher selten. Wenn, dann fehlte es meist an technischen Voraussetzungen oder Bandbreite. Außerdem sahen die Befragten eine erschwerte Kommunikation zwischen Angestellten, mangelnde Abstimmung, erschwerte Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung sowie Mehrbelastung und Stress für die Beschäftigten.

Die große Mehrheit der befragten Manager sagte, bei Beeinträchtigungen durch Homeoffice gebe es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. «Allerdings sehen wir einen großen Unterschied in dieser Einschätzung: Weibliche Manager geben häufiger an, dass Frauen negativ betroffen sind als männliche Manager», sagte Professor Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Das Ifo-Institut hatte zusammen mit der Unternehmensberatung Mercer Promerit und dem Verein «Fidar - Frauen in die Aufsichtsräte» 1188 Manager und Personalleiter befragt.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen