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Auch Unionsländer wollen Teil-Lockdown verlängern

10:19
23.11.2020
Auch die unionsgeführten Bundesländer wollen den im November geltenden Teil-Lockdown in der Corona-Krise bis zum 20. Dezember verlängern. Über eine Fortsetzung der Schließungen solle am 15. Dezember beraten werden, heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Vor und auf dem Schulgelände sowie im Schulunterricht aller Schularten solle es eine grundsätzliche Maskenpflicht geben. Ausnahmen für den
Unterricht in Grundschulen sollten aber möglich sein.

Am Mittwoch beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Krise. In einem Beschlussentwurf des SPD-geführten Landes Berlin, das die Ministerpräsidentenkonferenz leitet, war bereits vorgeschlagen worden, die Schließungen bundesweit bis zum 20. Dezember zu verlängern. Hintergrund ist die anhaltend hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen. Vorgeschlagen wird außerdem, ab dem 20. Dezember die Maßnahmen immer um jeweils 14 Tage zu verlängern, wenn die Zahlen nicht deutlich sinken - davon ist im Papier der unionsgeführten Länder nicht die Rede.

Die Unionsländer schlagen vor, dass in Ländern, die weniger als 50 Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner haben, Lockerungen von den Schließungen vornehmen können sollen - im Papier Berlins ist von einem Inzidenzwert von 35 die Rede.

Die Novemberhilfe zur Unterstützung etwa der Gastronomie soll als Dezemberhilfe verlängert werden, heißt es im Papier der Unionsländer In die entsprechenden Förderprogramme seien ausdrücklich auch
Schausteller und Marktkaufleute einzubeziehen.

Zur Corona-Warn-App heißt es, es solle eine «Erweiterung des Leistungsspektrums» geben. Der Bund solle prüfen, ob
Lockerungen im Datenschutz möglich seien.

(dpa)

Coronazahlen in den USA steigen rapide - und der Sport im Land bangt

09:06
23.11.2020
Planen mit Corona ist auch für den US-Sport schwierig. In der NFL könnten die Play-offs wegen der Probleme auf 16 Teams anwachsen. Die NBA will in einem Monat anfangen, kennt aber den Spielplan noch nicht. Und die NHL muss Lösungen für zwei Länder finden.

Das Dilemma der Las Vegas Raiders in der Woche vor dem Duell mit den Kansas City Chiefs erinnert an die Situation des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Zehn Raiders-Spieler, alles Verteidiger, durften die vier Tage vor der 31:35-Niederlage gegen den Titelverteidiger nicht trainieren, weil sie auf der Corona-Liste der NFL standen. Wie in Deutschland ist die Pandemie-Situation auch in den USA derzeit wieder viel schlechter als noch vor einigen Wochen - mit dem Unterschied, dass es in den Vereinigten Staaten nie wirklich gut aussah. Das ist nicht nur für die NFL ein Problem, sondern auch für die anderen Top-Ligen des Landes.

Die National Football League veröffentlicht jede Woche die Zahl der positiv getesteten Spieler und weiterer Mitarbeiter der Teams. Sie vermeldete nun schon zwei Mal in Serie einen unerwünschten Höchstwert. 32 Profis wurden in diesen 14 Tagen positiv auf das Virus getestet, dazu 76 Mitarbeiter. Seit dem 1. August ist die Zahl der positiven Tests bei Profis auf 95 geklettert, mit dem nächsten Update in dieser Woche wird die Marke von 100 wohl locker überschritten.

Waren es zu Beginn noch Unachtsamkeiten der Teams mit Übertragungen von Mitspieler zu Mitspieler, die von der Liga streng sanktioniert wurden, sieht es inzwischen anders aus. «Die neuen Fälle, die wir haben, kommen aus der Gesellschaft. Das gilt auch, wenn es in einem Team mehrere Fälle gibt», berichtete der NFL-Mediziner Dr. Allen Sills vor wenigen Tagen.

Das heißt: Die Spieler infizieren sich zu Hause, beim Einkaufen oder durch Freunde. Am Donnerstag ist Thanksgiving, und die Behörden warnen seit Tagen vor großen Zusammenkünften - auch die NFL dürfte sorgenvoll auf den Feiertag blicken angesichts von zuletzt landesweit deutlich mehr als 150 000 Neuinfizierten pro Tag.

Ob die NFL ihren Spielplan wie geplant durchziehen kann, ist offen. Es gibt bereits den Plan B von 16 Teilnehmern der ohnehin auf 14 Mannschaften erweiterten Play-offs, falls Teams mit konkreten Chancen wegen der Pandemie noch auf Partien verzichten müssen.

Mit ähnlichen Fragen müssen sich auch die anderen Ligen beschäftigen - und haben zudem das Problem mit zwei Ländern. In der NBA tragen die in Kanada beheimateten Toronto Raptors ihre Heimspiele deswegen in Tampa aus. Grenzverkehr zwischen den USA und Kanada ist nur aus wichtigen Gründen erlaubt, und die kanadische Regierung macht bei den Quarantäne-Regeln keine Ausnahmen für Sportteams. Mit dem engen NBA-Spielplan ist das nicht vereinbar. Eine Blase wie noch zum Ende der vergangenen Saison ist keine Option für eine komplette Spielzeit

Noch komplexer ist das Problem für die NHL: Sieben Mannschaften, darunter die Edmonton Oilers um Leon Draisaitl und Dominik Kahun, können nicht einfach für eine ganze Saison ins Nachbarland umziehen. Die Überlegung ist daher, die Teams nördlich der Grenze in einer eigenen Conference antreten zu lassen.

Die NBA hat ihren Saisonbeginn inzwischen auf den 22. Dezember terminiert, ohne allerdings den genauen Spielplan zu nennen. Im nordamerikanischen Profi-Eishockey ist weiterhin der 1. Januar das Ziel - ob das machbar ist, scheint indes fraglich. Zumal die NHL viel mehr noch als die NFL und NBA in ihrem Geschäftsmodell mit Zuschauereinnahmen kalkuliert und der wirtschaftliche Schaden mit jeder Begegnung ohne Fans entsprechend größer ist.

(dpa)

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