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Einweg- oder Baumwollmasken? Schweizer legen Ökobilanz vor

12:05
10.12.2020
Einwegmasken oder solche aus Baumwolle? Welche belasten die Umwelt weniger? Die schweizerische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat eine Ökobilanz erstellt und kommt zu dem Ergebnis: Es kommt darauf an.

Die Forscher hatten Herstellung, Nutzung und Entsorgung herkömmlicher Einwegmasken und solcher zur Mehrfachverwendung aus Baumwolle geprüft, wie Roland Hischier von der Empa-Abteilung «Technologie und Gesellschaft» am Donnerstag sagte. Verglichen wurde der Verbrauch gemäß den Empfehlungen der Schweizer Covid-Taskforce. Die geht davon aus, dass jemand, der täglich in Bus oder Bahn zur Arbeit fährt und Einkaufen geht, pro Woche entweder 13 Einwegmasken oder zwei Baumwollmasken verbraucht, die nach Gebrauch bei 60 Grad gewaschen und nach fünf Mal Waschen entsorgt werden.

Das im Fachblatt «Sustainability» veröffentlichte Ergebnis: Baumwoll-Stoffmasken schneiden bezüglich Energieverbrauch und Treibhausgas-Bilanz besser ab, die Einwegmasken bezüglich Wasserverbrauch und Gesamt-Umweltbelastung. Ob Masken bei 60 oder 30 Grad gewaschen werden, habe kaum Einfluss. Wenn die Baumwollmasken aber 20 Mal oder öfter gewaschen würden, sei ihre Gesamt-Umweltbelastung geringer als die von Einwegmasken.

«Der Grund dafür ist die wenig nachhaltige, Ressourcen-intensive Baumwollproduktion», sagte Hischier. Der Wasserverbrauch sei aufgrund der Bewässerung, Düngung und Pestizidverwendung bei Baumwolle enorm hoch. Bei Biobaumwolle oder Produkten aus recyceltem Material sehe die Bilanz sicher besser aus. Wie sehr sorglos weggeworfene Einwegmasken die Umwelt belasten, muss nach Empa-Angaben noch untersucht werden.

(dpa)

Wissenschaftsbarometer zeigt Skepsis an Corona-Forschung

12:04
10.12.2020
Für rund jeden siebten Bundesbürger (15 Prozent) gibt es nach einer repräsentativen Umfrage keine eindeutigen Beweise für die Existenz des Coronavirus. Das ist ein Ergebnis des Wissenschaftsbarometers, das seit 2014 die Einstellung der Bevölkerung gegenüber Wissenschaft und Forschung beleuchtet. Fast 40 Prozent der Befragten gehen darüberhinaus davon aus, dass Wissenschaftler der Bevölkerung nicht alles sagen, was sie über das Coronavirus wissen, und dass es wichtig ist, Informationen dazu auch von außerhalb der Wissenschaft zu beziehen.

Für das Barometer wurden rund 1000 Erwachsene zwischen dem 3. und 9. November am Telefon befragt. «Beunruhigend ist aus unserer Sicht die relativ hohe Anzahl an Unentschiedenen und Zweifelnden», sagte Dorothee Menhart, Sprecherin der gemeinnützigen Initiative Wissenschaft im Dialog. «Dies zeigt, dass sich die Wissenschaft noch stärker bemühen muss, auch mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, die unsicher sind.»

Zwei Drittel der Interviewten sind aber auch der Auffassung, dass Kontroversen zwischen Wissenschaftlern zu Corona hilfreich sind, damit sich die richtigen Forschungsergebnisse durchsetzen. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Frühjahr nicht verändert.

Das generelle Vertrauen in Wissenschaft und Forschung liegt in der Umfrage bei 60 Prozent. Das sind etwas weniger als im Frühjahr (April 2020: 73 Prozent, Mai 2020: 66 Prozent), aber mehr als in den Vorjahren (2019: 46 Prozent).

Förderer und Unterstützer von Wissenschaft im Dialog sind die Robert Bosch Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft.

(dpa)

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