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20201210104059

Herrmann: Polizei von Bund und Ländern soll Impfstoff bewachen

10:38
10.12.2020
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) geht davon aus, dass sich die Polizeien von Bund und Ländern arbeitsteilig um die Bewachung des Corona-Impfstoffes kümmern werden. Die Bundespolizei werde den Transport des Impfstoffes bis zu den jeweiligen Zentrallagern in den Ländern bewachen. Für die sichere Verteilung des Impfstoffes innerhalb der Länder seien dann die Polizeibehörden der Länder verantwortlich, sagte Herrmann am Donnerstag am Rande der Innenministerkonferenz (IMK) in Berlin. Eine Beteiligung der Bundeswehr, etwa durch die Nutzung von Kasernen zur Lagerung, schloss er nicht aus.

Die Innenminister der Länder beraten bei der IMK unter anderem über ein Sicherheitskonzept zur Verteilung des Corona-Impfstoffes. Herrmann betonte, der Impfstoff müsse bewacht werden, damit Transporte nicht überfallen, Impfdosen nicht gestohlen und keine Anschläge von Impfgegnern verübt werden könnten.

(dpa)

Realschullehrerverband fordert flächendeckenden Fernunterricht

10:38
10.12.2020
Der Präsenzunterricht an den Schulen sollte nach Ansicht des Deutschen Realschullehrerverbandes in der aktuellen Corona-Lage deutschlandweit ausgesetzt werden. «Jetzt muss es sehr schnell, sehr klare Entscheidungen geben und die Schülerinnen und Schüler müssen unter diesen Umständen so flächendeckend wie möglich in den Distanzunterricht wechseln», sagte der Verbandsvorsitzende Jürgen Böhm am Donnerstag laut einer Mitteilung. Böhm ist auch stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes.

«Es rächt sich nun, dass man in den Ländern und Kultusbehörden in den vergangenen Wochen die klaren Inzidenz- und Infektionswerte ignoriert hat und den Präsenzunterricht unter allen Umständen durchdrücken wollte», fügte er hinzu. Wer wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen ignoriere, mache sich mit schuldig an der Ausbreitung der Pandemie und damit an einer Verlängerung und Vertiefung der Krise, sagte Böhm.

Die Diskussion über die Schulen wird mit zunehmenden Corona-Infektionszahlen immer schärfer geführt. Die Kultusminister der Länder, die an diesem Donnerstag in einer Videoschalte über die Lage beraten, hatten nach den Sommerferien mit Blick auf die Erfahrungen der Schulschließungen im Frühjahr immer wieder betont, den Präsenzunterricht möglichst aufrechterhalten zu wollen.

Lehrerverbände werfen ihnen vor, Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu ignorieren, bei gestiegenen Ansteckungszahlen in den Wechselunterricht überzugehen. Sie weisen auf den Gesundheitsschutz von Lehrern und Schülern hin. Die Kultusminister befürchten dagegen, dass Schulschließungen zu Bildungsverlusten und sozialen Nachteilen für Schüler führen.

Sachsen hat bereits für die kommende Woche wieder komplette Schließungen wie im Frühjahr angekündigt. Bildung liegt in der Kompetenz der Bundesländer. Sie können selbst darüber entscheiden, wie sie vorgehen. Im Frühjahr hatten zunächst das Saarland und Bayern flächendeckende Schulschließungen angekündigt, die anderen Länder waren dem dann gefolgt.

(dpa)

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