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20201209115050

Experten: Daten von geimpften Patienten dürfen nicht verloren gehen

11:47
09.12.2020
Medizinische Fachgesellschaften warnen vor folgenreichen Datenlücken in der ersten Phase der Impfung gegen das Coronavirus. In dieser Phase seien für die Impfungen nicht die üblichen Versorgungsstrukturen wie niedergelassene Ärzte zuständig, sondern Impfzentren. Diese nutzten jedoch nicht die üblichen Abrechnungswege, sondern hätten eigene Logistik, eigene Datenflüsse und Dokumentationen. Die Informationen zur Impfung tauchten dadurch nicht in den Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen auf, warnen die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (Ulm), die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (Köln) und die Impfstoffinitiative Vac4EU.

«Damit wäre es nicht möglich, aussagekräftige Studien zur Sicherheit durchzuführen, obwohl dies gerade in der ersten Phase, in der vulnerable und besonders exponierte Gruppen geimpft werden sollen, besonders wichtig ist», hieß es in einem offenen Brief an das Bundesgesundheitsministerium, die Ständige Impfkommission und das Robert Koch-Institut. Nur durch eine solide wissenschaftliche Bewertung werde es aber dauerhaft möglich sein, das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfung sicherzustellen.

In der nationalen Impfstrategie gehe es in erster Linie um die Organisation der Impfung in der Bevölkerung, um das Monitoring der Impfquote und um die Finanzierung. «Ein zentraler Aspekt wurde jedoch bisher vernachlässigt: die Schaffung einer unabhängigen Datenbasis zur quantitativen Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung nach Marktzulassung.» Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass in Deutschland spätestens im Januar der Impfstoff gegen Corona verabreicht werden kann. Verteilt werden sollen Impfstoffe über knapp 30 Anlieferstellen der Länder, von dort dann weiter in regionale Impfzentren, für die gerade Hallen, Stadien und Hotels hergerichtet werden.

(dpa/lsw)

Neun Tote nach Corona-Infektion in Denzlinger Pflegeheim

11:46
09.12.2020
Nach einer Infektion mit dem Coronavirus sind in einem Pflegeheim in Denzlingen (Kreis Emmendingen) neun Bewohner verstorben. Wie viele der insgesamt 77 Bewohner zuletzt infiziert waren, wollte die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Heim betreibt, am Mittwoch nicht mitteilen. Das Infektionsgeschehen sei sehr dynamisch, sagt eine Sprecherin. Momentan fänden wieder Reihentests statt. Am Montag hatte die AWO mitgeteilt, dass 34 Bewohner und 18 Beschäftigte in dem Pflegeheim positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zuvor berichtete die «Badische Zeitung».

(dpa/lsw)

RKI: Deutsche Bevölkerung nach Lockdown schwerer als vorher

11:13
09.12.2020
Nach dem Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr haben die Menschen in Deutschland laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr gewogen als zuvor. «Körpergewicht und Body Mass Index (BMI) haben seit Einführung der Eindämmungsmaßnahmen zugenommen», schreiben die Autoren der am Mittwoch veröffentlichten Analyse. Möglicherweise hätten sich die Eindämmungsmaßnahmen auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ausgewirkt, hieß es.

Das mittlere Körpergewicht habe im Zeitraum April bis August 2019 bei 77,1 Kilo gelegen, im gleichen Zeitraum dieses Jahres bei 78,2 Kilo. Der mittlere BMI stieg laut Studie von 25,9 im April bis August 2019 auf 26,4 im Vergleichszeitraum 2020. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet und gilt als Indikator für Übergewicht und Adipositas.

Die Ergebnisse kommen aus einer bundesweiten telefonischen Befragung der Bevölkerung ab 15 Jahren zwischen April 2019 und September 2020. Dabei sollten die rund 23 000 Teilnehmer auch ihre Größe und ihr Gewicht nennen.

Auch andere Gesundheitsaspekte wurden untersucht. «Keine Unterschiede zeigten sich in der Allgemeinbevölkerung bei der depressiven Symptomatik sowie der erhaltenen und geleisteten Unterstützung im Haushalt», hieß es. Insgesamt sei kein einheitliches Bild zu erkennen. Nötig seien weiterführende Untersuchungen.

(dpa)

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