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20201209045053

Russland will Raumfahrer gegen Coronavirus impfen

04:48
09.12.2020
Russland will seine Raumfahrer gegen das Coronavirus impfen und so eine Ausbreitung der Krankheit auf der Internationalen Raumstation ISS verhindern. Kosmonauten und Mitarbeiter des Kosmonauten-Ausbildungszentrums im Sternenstädtchen nahe Moskau sollten zu den ersten gehören, die das in Russland entwickelte Vakzin «Sputnik V» bekommen, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, in der Nacht zum Mittwoch. «Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Pandemie überwinden.»

In der Mitteilung ist aber nicht gesagt worden, ob die Impfung freiwillig ist und wann sie beginnen soll. Vor Flügen zur ISS vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gelten für Raumfahrer ohnehin schon strenge Sicherheitsvorschriften. So muss die Crew einen Monat in Quarantäne. Sie wird auch mehrfach auf das Virus getestet.

In der Hauptstadt moskau hatten am vergangenen Wochenende Massenimpfungen begonnen. Als weltweit erstes Land hatte Russland Mitte August «Sputnik V» zur breiten Anwendung zugelassen - noch vor Beginn einer wichtigen und abschließenden Testphase III. Der «Sputnik» war 1957 der erste künstliche Erdsatellit im Kosmos.

Die Wirksamkeit von «Sputnik V» wird mit 95 Prozent angegeben. Russlands oberste Amtsärztin Anna Popowa riet nun vor und während der Impfung zu einem Alkoholverzicht - 56 Tage lang. So sollte zwei Wochen davor und 42 Tage nach der ersten Spritze kein Alkohol angerührt werden, weil sonst weniger Antikörper gebildet würden, sagte sie der Agentur Interfax zufolge. Die Impfung besteht aus zwei Teilen - nach der ersten Spritze folgt 21 Tage später eine zweite.

Mit Blick auf Silvester meinte aber der Direktor des Gamaleja-Forschungszentrums für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau, Alexander Ginzburg, ein Glas Champagner habe noch nie jemanden geschadet. Sein Institut hatte das Vakzin entwickelt.

(dpa)

Lucha: Bei Lockdown keine pauschalen Besuchsverbote in Pflegeheimen

04:46
09.12.2020
In Baden-Württemberg soll es auch im Fall eines harten Corona-Lockdowns nach Weihnachten keine pauschalen Besuchsverbote in Pflegeheimen geben. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, kategorische Besuchsverbote bei steigenden Infektionszahlen kämen im Südwesten nicht infrage. Wörtlich erklärte er: «Pauschale Besuchseinschränkungen sind für die Bewohnerinnen und Bewohner massive Eingriffe, unter denen die Betroffenen während der ersten Phase der Pandemie erheblich gelitten haben.» Mittlerweile seien die Einrichtungen und das Personal deutlich besser geschützt - etwa mit Ausrüstung und Antigen-Schnelltests - was ein Offenhalten möglich mache.

Die grün-schwarze Regierung erwägt wegen der steigenden Corona-Infektionen ein Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens nach den Weihnachtsfeiertagen. Allerdings will Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sich mit seinen Länder-Kollegen und Kanzlerin Angela Merkel auf eine gemeinsame Linie im Kampf gegen Corona verständigen.

Lucha erläuterte, viele Träger wie etwa die Evangelische Heimstiftung hätten sich sehr deutlich gegen nochmalige Besuchsverbote ausgesprochen. Das wirksamste Mittel gegen Corona-Ausbrüche seien neben der strengen Beachtung der Hygienevorschriften regelmäßige Tests. «Inzwischen haben stationäre Einrichtungen pro Bewohner und Monat 30 Antigen-Schnelltests zur Verfügung, die sie je nach Bedarf frei einsetzen können - für Bewohner, Personal und Besucher», erklärte der Minister.

Besuchsverbote in Pflegeheimen könnten von den zuständigen Behörden angeordnet oder von den Einrichtungen selbst ausgesprochen werden, wenn es zu Ausbrüchen kommt. «Aber auch hier gilt immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit», betonte Lucha. Einen 100-prozentigen Schutz der Einrichtungen vor Infektionen könne es leider nicht geben.

(dpa/lsw)

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