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Leopoldina fordert Homeoffice wo immer möglich

12:08
08.12.2020
Im Kampf gegen eine weitere Corona-Ausbreitung in Deutschland müssen sich Millionen Arbeitnehmer in Deutschland wohl auch in den kommenden Monaten auf Homeoffice einstellen. So warnte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer am Dienstag veröffentlichten Empfehlung vor einer Verschärfung der Pandemie in Deutschland und forderte weitere Schritte. Ab 14. Dezember sollten laut Leopoldina die Kontakte auch im beruflichen Kontext «auf das absolut notwendige Mindestmaß» reduziert werden. «Homeoffice muss wo immer möglich die Regel sein», fordern die Wissenschaftler. Digitale Möglichkeiten anstelle von Präsenzangeboten sollten genutzt werden.

Die Wirtschaft wäre von den von der Leopoldina empfohlenen Maßnahmen erneut insgesamt stark betroffen. Ab dem 24. Dezember sollten bis mindestens zum 10. Januar alle Geschäfte geschlossen bleiben, so die Wissenschaftler. Ausgenommen werden sollten nur jene des täglichen Bedarfs. Urlaubsreisen sollten dann vollständig unterbleiben.

Die Wissenschaftler werben für Verständnis für harte Einschnitte. «Verschärfte Maßnahmen sind auch aus wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll», so die Leopoldina. «Zwar erhöhen sich
durch einen strengeren Lockdown kurzfristig die Wertschöpfungsverluste, aber zugleich verkürzt sich der Zeitraum, bis die Neuinfektionen so weit gesunken sind, dass Lockerungen möglich werden.»

Beim Homeoffice hatten sich Union und SPD zuletzt auf eine Steuerpauschale geeinigt. Damit will die Koalition die Ausstattung für das Arbeiten von zuhause unabhängig vom Nachweis eines separaten Arbeitszimmers unterstützten. Dies ist bisher bei der Steuererklärung nötig. Die Pauschale soll den Plänen zufolge 600 Euro pro Jahr betragen. Die Homeoffice-Pauschale soll in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet werden, mit der die Steuerlast sinkt.

Derzeit ringt die Koalition ferner über einen gesetzlichen Weg für mehr Homeoffice in Deutschland auch nach der Pandemie. Der Entwurf für ein entsprechendes «Mobile Arbeit Gesetz» von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) befindet sich derzeit in die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Die Arbeitnehmer sollen in ihrer Firma konkret anmelden können, wann und wie viel sie mobil arbeiten wollen. Der Arbeitgeber soll dies mit ihnen erörtern - und gegebenenfalls begründet und schriftlich ablehnen müssen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich ablehnende zu einem neuen Rechtsanspruch geäußert. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Arbeitgeberveranstaltung gesagt, sie lehne neue Begründungspflichten für Arbeitgeber ab und favorisiere Regelungen über Tarifverträge.

(dpa)

Große Nachfrage nach Seife und Reiniger im Corona-Jahr

12:03
08.12.2020
Stark steigende Nachfrage nach Seife und Haushaltsreiniger hat der Körperpflege- und Waschmittelbranche im Corona-Jahr 2020 ein Umsatzplus beschert. Hochrechnungen des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) zufolge dürften Verbraucher in Deutschland bis zum Jahresende rund 19,3 Milliarden Euro unter anderem für Seife (plus 77 Prozent zum Vorjahr) und Reinigungsmittel (plus 18,2 Prozent) ausgegeben haben. Das wären 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Verband am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Für 2021 erwartet der Verband wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre «ein moderates Wachstum von circa 1,5 Prozent» auf dann rund 19,6 Milliarden Euro Umsatz.

Der «Rückzug ins Häusliche» hinterließ jedoch Spuren in der Bilanz des zu Ende gehenden Jahres, wie der IKW-Vorsitzende Georg Held ausführte: «Während der Umsatz der Haushaltspflegesparte um 9,2 Prozent zulegt, verharrt die Schönheitspflege auf Vorjahresniveau.» Für Körperpflege, persönliche Hygiene und gutes Aussehen gaben Verbraucherinnen und Verbraucher unverändert gut 14 Milliarden Euro aus, im Schnitt 169 Euro. Die durchschnittlichen Ausgaben für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel erhöhten sich zum Vorjahr unterdessen um zehn Prozent auf 98 Euro. In dieser Sparte steigerten die Hersteller ihre Umsätze im Inland auf fast 5,3 Milliarden Euro.

Gelitten hat der Export, der für viele Unternehmen ein wichtiges Standbein ist - unter anderem wegen Einschränkungen im Zuge der Pandemie, aber auch infolge von Handelskonflikten. Der Auslandsumsatz wird den IKW-Zahlen zufolge im Gesamtjahr mit 8,5 Milliarden Euro um deutliche 15,8 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.

In einer IKW-Mitgliederbefragung beurteilt knapp die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) die aktuelle Marktentwicklung als «durchschnittlich», 16 Prozent als «schlecht» oder «sehr schlecht». Der Verband vertritt gut 430 Unternehmen mit zusammen etwa 50 000 Mitarbeitern, die für 95 Prozent des deutschen Marktes stehen. Deutschland ist nach Verbandsangaben der größte Einzelmarkt für Schönheits- und Haushaltspflegeprodukte in Europa. Das Gesamtvolumen des europäischen Marktes wird auf rund 131 Milliarden Euro beziffert.

(dpa)

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