Die Grünen im Bund halten schärfere Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie für notwendig und fordern, Maßnahmen einheitlich an das regionale Infektionsgeschehen zu koppeln. «Wir müssen feststellen, dass die aktuellen Maßnahmen nicht reichen. Wir haben das Infektionsgeschehen in weiten Teilen Deutschlands nicht unter Kontrolle», sagte Habeck am Montag nach einer Sitzung des Parteivorstands. Weitere und verschärfte Maßnahmen seien notwendig.
Die Grünen seien dafür, «Verlässlichkeit, Einheitlichkeit und Transparenz» herzustellen, indem Maßnahmen an klar definierte Grundlagen gekoppelt werden, erklärte Habeck. Ein Strategiepapier dazu hatten Mitglieder der Grünen-Bundestagsfraktion am Wochenende veröffentlicht - es sieht etwa für Landkreise mit mehr als 200 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner weitere Maßnahmen wie Homeoffice, Ladenschließungen und Ausgangssperren vor. Fraktionschef Anton Hofreiter sagte: «Das wäre dann verbindlich in allen Landkreisen und in allen Städten. Bei gleicher Inzidenz würden dann sehr ähnliche Regeln gelten.»
Habeck forderte, die geplanten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten sollten am 27. Dezember enden und nicht weiterlaufen bis nach Silvester. «Sonst droht eine dritte Welle», mahnte er, «mit unabsehbaren Folgen und einer dramatischen Überlastung des Gesundheitssystems».