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20201207133919

Krankenhäuser fordern Rücknahme der Lockerungen um Weihnachten

13:39
07.12.2020
Die deutschen Krankenhäuser haben aufgrund anhaltend hoher Neuinfektionen eine Rücknahme der Corona-Lockerungen über Weihnachten und Silvester gefordert. Mildere Regelungen etwa bei Kontaktbeschränkungen könnten «zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen, mit weiteren Folgen für Kliniken», sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem «Handelsblatt» (Online).

Die jetzige Situation sei für das Personal in vielen Kliniken ohnehin schon belastend und herausfordernd. «Wir haben heute 40 Prozent mehr Intensivpatienten als im Frühjahr, und anders als im Frühjahr ist dies keine kurzzeitige Situation, sondern schon seit Wochen so, ohne dass wir ein Ende erkennen können», sagte Gaß weiter.

Damit sich die Lage auf den Intensivstationen nicht weiter verschlimmert, befürwortet Gaß Verschärfungen der Maßnahmen «in Gebieten mit sehr hoher Inzidenz». Denn der Appell der Bundesregierung, private Kontakte zu minimieren, fruchte offenbar nicht.

Ende November hatten Bund und Länder den Teil-Lockdown bis zum 10. Januar verlängert - gleichzeitig aber Lockerungen über Weihnachten und den Jahreswechsel in Aussicht gestellt. Einige Bundesländer haben diese Lockerungen von Anfang an nicht mitgemacht; Bayern hat angekündigt, sie über Silvester wieder zu kippen.

(dpa)

Linke: Bei Corona-Maßnahmen Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen

13:38
07.12.2020
Die Linke fordert angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen in Deutschland bei den Schutzmaßnahmen einen stärkeren Fokus auf die Wirtschaft. Die bisherige Corona-Politik der Bundesregierung habe eine klare Schlagseite, sagte Parteichefin Katja Kipping am Montag nach Beratungen des Parteivorstands. «Den Familien werden bis in die Wohnzimmer hinein Vorschriften gemacht, aber wenn es darum geht die Arbeitgeber, die Großen verbindlich in die Pflicht zu nehmen, dann weichen sie aus, dann geht ihnen der Mut aus.» Kipping forderte eine Entzerrung bei Bussen und Bahnen. Zudem müssten Unternehmen beim Infektionsschutz stärker in die Pflicht genommen werden. Sie nannte etwa große Frachtzentren oder die Fleischindustrie.

Dass die Corona-Zahlen trotz des Teil-Lockdowns nicht gesunken sind, liegt nach Auffassung der Linken-Chefin aber «wahrscheinlich auch an dem Agieren von Initiativen wie Querdenken». «Millionen Menschen im Land üben sich in Rücksicht (...) und ich finde es umso ärgerlicher, dass Querdenken das wieder einreißt, was Millionen im Alltag mit ihrer Selbstbeschränkung aufgebaut haben», sagte Kipping.

(dpa)

Curevac peilt Zulassung in der EU und in Lateinamerika an

13:35
07.12.2020
Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac wird eine Zulassung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten in der EU und in Lateinamerika beantragen. «Nordamerika ist für uns noch kein Markt. Die jetzige Administration hat sehr schnell und sehr viele Dosen vorbestellt und reserviert, von Johnson&Johnson, AstraZeneca und Sanofi-GSK, Moderna und auch Biontech/Pfizer», sagte der Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas in Tübingen.

Die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit bis zu 30 000 Teilnehmern soll laut Haas bis Ende 2020 eingeleitet werden. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach zwei bis drei Monaten. Zurzeit warte das Unternehmen darauf, dafür grünes Licht von den Behörden zu bekommen. «Wir von uns aus sind bereit», sagte Haas.

Andere Unternehmen sind schon weiter. So hatte Pfizer zusammen mit dem Mainzer Hersteller Biontech einen Corona-Impfstoff entwickelt. In Großbritannien ist dieser bereits zugelassen. Auch der Curevac-Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA, der im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll.

Mit der EU-Kommission hat Curevac bereits einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen. Wie viele Dosen nach Deutschland oder Baden-Württemberg gehen sollen, sagte das Unternehmen nicht.

«Wir sind bei Sars-CoV-2 in einer Situation, wo wir die Welt vakzinieren müssen. Das Virus kennt keine Hautfarbe, keine Religion, kein Geschlecht und keine Grenzen», sagte Haas. Deshalb seien Logistik und damit verbunden die Robustheit des Impfstoffs von Bedeutung. «Ich muss schnell und effektiv vakzinieren können, weshalb man auch die Logistik sicherstellen muss.» Wenn man in Ländern sei mit einer höheren Temperatur und der Impfstoff in entlegene Gegenden gebracht werden müsse, brauche man für den Transport Zeit. «Ein Impfstoff, der lange bei Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden kann und auch einige Zeit bei Zimmertemperatur stabil bleibt, ist im Vorteil.»

Der Tübinger Impfstoffkandidat ist auch bei einer Temperatur von plus fünf Grad mindestens drei Monate lang haltbar. Zudem bleibe CVnCoV, wie die Flüssigkeit heißt, bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil.

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Pandemie in nur zehn Monaten bezeichnete Haas als Meilenstein. Die Risiken von Fehlern seien vorhanden, wenn auch in einem sehr geringen Umfang. «Die regulatorischen Behörden machen technologieunabhängig keine Abstriche bei Sicherheit und Verträglichkeit.» Curevac schreibt noch rote Zahlen. Mit Gewinnen rechnet Haas erst im Jahr 2022. Haas sprach von rund 700 Millionen Euro Investitionskosten im Zusammenhang mit der Entwicklung des Impfstoffs.

(dpa/lsw)

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