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20201205100041

Bundestagsexperten halten Impf-Gesetz für erforderlich

10:00
05.12.2020
Die Bundesregierung sollte die Impfung gegen Covid-19 nach einer Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nicht einfach per Verordnung regeln, sondern mit einem Gesetz. In einer Ausarbeitung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es: «Der überwiegend vertretenen Auffassung, wonach die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu Impfstoffen eines förmlichen Gesetzes bedarf, das zumindest die wesentlichen Kriterien für die Verteilung eines knappen Impfstoffes regelt, ist zuzustimmen.»

Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht festgehalten, dass insbesondere die Grundrechtsrelevanz einer Maßnahme dafür entscheidend sei, ob diese durch ein formelles Gesetz zu regeln sei. Die Möglichkeit, Impfschutz gegen Covid-19 erlangen zu können, sei für die gesamte Bevölkerung von enormer Relevanz, da alle gleichermaßen von der Ansteckungsgefahr und den daraus folgenden Einschränkungen im Alltag betroffen seien. Die Entscheidung, welche Bevölkerungsgruppen bei der Verteilung zunächst zu bevorzugen seien, weise somit «eine hohe generelle Grundrechtsrelevanz auf», heißt es in der Ausarbeitung, die der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae angefordert hatte.

Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine «Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2» wird derzeit noch innerhalb der Regierung abgestimmt. Der Bundestag dürfe hier «nicht wieder nur zum Zuschauer degradiert werden», mahnte Thomae. In einer Demokratie müsse das Parlament über die wesentlichen Fragen entscheiden.

(dpa)

Umfrage: Aussicht auf Corona-Impfstoff hebt Stimmung in Deutschland

09:59
05.12.2020
Die Aussicht auf einen Corona-Impfstoff wirkt sich positiv auf die Stimmung in Deutschland aus. Nach einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey erwartet nur noch jeder zweite Verbraucher, dass sich die Einschränkungen im Alltag länger als sechs Monate hinziehen. Zum Vergleich: Im September rechneten noch gut zwei Drittel (68 Prozent) mit längeren Einschränkungen. Fast jeder vierte Befragte rechnet demnach mit einem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate.

«Einen solchen Anstieg beim Optimismus der Konsumenten haben wir seit März nicht gesehen«, sagte McKinsey-Experte Jesko Perrey. Dass sich die Stimmung trotz der verschärften Lockdown-Regeln bessere, spiegele die Signalkraft und Bedeutung eines möglichen Impfstoffes für das Konsumentenvertrauen wider.

Am meisten sehnen sich die Verbraucher der Umfrage zufolge danach, wieder unbesorgt in Restaurants und Bars gehen zu können. Daneben vermissten sie vor allem das regelmäßige Treffen mit Freunden und Familie.

(dpa)

Mehr Sekt auf dem Sofa hilft Henkell Freixenet in Corona-Pandemie

09:57
05.12.2020
Die Sektkellerei Henkell Freixenet kommt mit wenig Kater durch die Corona-Pandemie. Durch den Teil-Lockdown gebe es zwar Rückgänge im Geschäft mit der Gastronomie-, dem Duty Free und der Luftfahrtbranche, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Andreas Brokemper, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. «Die Leute holen sich aber den Genuss, den sie sonst auf Reisen oder in der Gastronomie hatten, ein Stück weit nach Hause.» Der gestiegene private Konsum gleiche einen Teil dieser Einbußen aus. Auch der Online-Handel ziehe an.

Bezogen auf die gesamte Unternehmensgruppe gebe es bislang ein Minus im einstelligen Bereich bei Umsatz und Absatz, erklärte der Manager mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr. «Die Entwicklung für den Markt in Deutschland ist sogar besser.» Durch den Wegfall von großen Feiern und Hochzeiten in der Corona-Pandemie als ganz besondere Anlässe werde Champagner international zwar weniger verkauft. Dafür steige die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Prosecco und Sekt. «Die Verbraucher gönnen sich in dieser Phase etwas und greifen bewusst zu Marken, denen sie vertrauen.»

Für Henkell Freixenet sei für das wichtige Jahresendgeschäft nun entscheidend, dass die Lieferfähigkeit trotz der Einschränkungen in der Corona-Pandemie gewährleistet bleibt, betonte Brokemper. Rund 15 Prozent des Jahresgeschäfts erzielt das Unternehmen im letzten Monat des Jahres mit der traditionell starken Nachfrage gerade nach Schaumwein an Silvester und auch an Weihnachten. «Wir sind optimistisch gespannt», sagte der Sprecher der Geschäftsführung zu seinen Erwartungen für den Dezember.

Nach der Übernahme des spanischen Anbieters Freixenet hatte das zum Oetker-Konzern gehörende Unternehmen im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro ausgewiesen und wurde durch den Zusammenschluss zum Weltmarktführer für Schaumwein mit einem Umsatz-Marktanteil von 9,7 Prozent (Quelle: IWSR). Der Nettoumsatz lag bei 1,056 Milliarden Euro (ohne Sektsteuer). Der Gesamtabsatz der Gruppe belief sich auf 422,3 Millionen Flaschen. Angaben zum Gewinn werden traditionell nicht vorgelegt. Mit der Übernahme von Freixenet stieg die Zahl der Beschäftigten bis Ende vergangenen Jahres auf weltweit 3556. In Deutschland sind 603 Mitarbeiter tätig.

Das Zusammenwachsen der beiden Gesellschaften sei bereits vor dem Beginn der Corona-Pandemie abgeschlossen worden, erklärte Brokemper. Das habe das Agieren als global aufgestelltes Unternehmen in den vergangenen Monaten trotz der Corona-Einschränkungen erheblich erleichtert. Weder habe es Veränderungen an Standorten geben müssen, noch sei Personal wegen der Corona-Krise abgebaut worden.

(dpa)

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