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Ärzte ohne Grenzen: Teile des reservierten Corona-Impfstoffs abgeben

08:04
03.12.2020
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat Gerechtigkeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen angemahnt und wünscht sich eine Abgabe von Ländern, die sich bereits Impfstoffe gesichert haben. Mehr als die Hälfte der Impfstoffe im kommenden Jahr sei schon jetzt reserviert, sagte Elisabeth Massute von der Hilfsorganisation im ZDF-Morgenmagazin. «Da bleibt natürlich wenig bis gar nichts für die Ärmsten der Armen oder für Menschen in humanitären Not- und Krisensituationen übrig.»

«Wir würden uns wünschen, dass Länder, die sich jetzt bereits Impfstoffe reserviert haben, tatsächlich verpflichtend Anteile abgeben», sagte Massute. Damit sollen Menschen in humanitären Not- und Krisensituationen sowie Gesundheitspersonal auf der ganzen Welt geschützt werden. Es wäre unsolidarisch, wenn in Deutschland bereits die Bevölkerung geimpft werden könne, während anderswo Gesundheitspersonal noch nicht geschützt sei. Eine solche Verteilung würde demnach am Ende allen zugutekommen: In einer globalisierten Welt könne kein Land mit einem nationalistischen Ansatz die Pandemie in den Griff bekommen. «Die Pandemie wird erst dann vorbei sein, wenn sie für uns alle vorbei ist», sagte Massute.

Im November hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einem «Impfstoff-Nationalismus» gewarnt. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Großbritannien kommende Woche mit Impfungen beginnt. Nach Regierungsangaben wurden dort 40 Millionen Impfdosen der Firmen Biontech und Pfizer bestellt. Die EU hat sich bis zu 300 Millionen Dosen reserviert. In China wird bereits geimpft, in Russland sollen die Impfungen demnächst beginnen.

(dpa)

Bafin: Finanzsystem trotz Corona robust - Schwächste Banken bedroht

08:03
03.12.2020
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hält das Finanzsystem in der Corona-Krise für stabil. Die schwächsten Banken dürften aber Probleme bekommen, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld dem «Handelsblatt» (Donnerstag).

«Im Gegensatz zur Finanzmarktkrise sind die Banken in der Corona-Krise nicht Verursacher der Krise, sondern Teil der Lösung. Aber die Bankbilanzen werden durch erhöhte Kreditausfälle früher oder später Schaden nehmen, das ist klar», führte Hufeld aus. Er erwarte mehreren Wellen. «Die erste könnte es Anfang 2021 geben, wenn die Insolvenzantragspflicht wieder voll greift.»

Auf die Frage, ob die Banken die Belastungen wegstecken könnten, antwortete Hufeld: «Das Finanzsystem als Ganzes ist robust. Die Kapitalausstattung der deutschen Bankenbranche würde selbst bei einem fiktiven Einbruch der Wirtschaftsleistung um knapp elf Prozent noch über dem gesetzlichen Minimum liegen. Einige der schwächsten Banken werden die Krise aber vermutlich nicht überstehen und aus dem Markt ausscheiden.»

(dpa)

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