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Weihnachten als Corona-Risiko: EU-Kommission fordert Vorkehrungen

12:43
02.12.2020
Weihnachten birgt aus Sicht der EU-Kommission ein besonderes Risiko zur erneuten Ausbreitung des Coronavirus. Dies müssten die EU-Staaten in ihren Strategien gegen die Pandemie berücksichtigen und sich dabei abstimmen, heißt es in Empfehlungen der Brüsseler Behörde vom Mittwoch.

Sollte überhaupt eine Lockerung der Regeln für Zusammenkünfte erwogen werden, dann nur mit strikten Quarantäneauflagen für mindestens sieben Tage davor und danach, heißt es darin. Kontakte sollten an den Festtagen möglichst auf immer dieselben Personen beschränkt und reduziert werden. Die EU-Staaten sollten auch eine Verlängerung der Schulferien oder des Online-Unterrichts nach den Festtagen erwägen, um das Infektionsrisiko zu begrenzen.

Deutschland plant über die Feiertage eine leichte Lockerung der Corona-Beschränkungen. Statt fünf Personen sollen dann zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen dürfen. Im Nachbarland Belgien gab es daran bereits Kritik.

Die EU-Kommission sieht auch ein Problem in den erwarteten Reisen über die Feiertage. «Flughäfen, Busbahnhöfe, Bahnhöfe, öffentlicher Verkehr, Tankstellen und Rastplätze gehören zu den Orten, wo Reisende dem Virus in der Luft und auf Oberflächen ausgesetzt sein können», warnt die Behörde. An solchen Orten sollten Hygiene- und Abstandsregeln strikt eingehalten werden.

Die Kommission mahnt die EU-Staaten darüber hinaus, die Kliniken auf höhere Patientenzahlen einzurichten. «Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, dass Covid-19-Fälle bei einer Lockerung von Maßnahmen über die Festtage zunehmen, sollten die EU-Staaten sicherstellen, dass ihr Gesundheitssystem für eine mögliche Zunahme der Aufnahmezahlen bereit ist», heißt es in den Empfehlungen. Dazu sollten unter anderem spezielle Dienstpläne aufgestellt werden.

(dpa)

Corona-Infektion bei Hund und Katze in Deutschland nachgewiesen

12:14
02.12.2020
In Deutschland sind bei einer Katze und einem Hund Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Proben der Katze seien im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald untersucht worden, sagte dessen Präsident Thomas Mettenleiter am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, dass erstmals seit Einführung der Meldepflicht Anfang Juli mit Corona infizierte Haustiere registriert wurden. Bei der Katze aus Frankfurt/Main seien Antikörper nachgewiesen worden, sagte der Wissenschaftler. Das Tier habe die Infektion überlebt. Zu dem Hund aus München konnte er keine weiteren Angaben machen.

Die Katze sei getestet worden, weil in ihrem Haushalt Sars-CoV-2 nachgewiesen worden war, sagte Mettenleiter. Überrascht habe ihn der Befund bei den Haustieren nicht. «Wir wissen seit dem Frühjahr, dass sie infizierbar sind», sagte er. Weltweit seien rund 70 bestätigte Fälle bei Haustieren bekannt. Zwei Drittel davon seien Katzen, ein Drittel Hunde. Aus Zoos seien mehrere Infektionen von Großkatzen bekannt, unter anderem in Südafrika. Wer Frettchen als Haustiere halte, müsse ebenfalls damit rechnen, dass sie sich anstecken können.

Infizierte Menschen sollten daher auch Abstand zu ihren Haustieren halten, mahnte Mettenleiter. Die Vierbeiner könnten durch das Coronavirus ebenfalls an Atemwegsinfektionen erkranken und schlimmstenfalls sterben. Dass das Virus mutiere und vom Haustier wieder auf den Menschen übertragen werde, sei aber nicht seine Befürchtung.

Vor dem Hintergrund der Corona-Ausbrüche auf Nerzfarmen in Dänemark warnte Mettenleiter in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» jedoch vor der Übertragung des Virus vom Menschen auf freilebende Wildtiere. «Das ist im Zweifelsfall nicht nur für die Tiere gefährlich, sondern auch für uns Menschen», sagte er. Beim Kontakt mit Wildtieren wie Mardern und Fledermäusen sei besondere Vorsicht geboten.

(dpa)

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