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Weihnachtsbäume in den Wohnzimmern - im Corona-Jahr früher?

06:14
02.12.2020
Sorgt das Corona-Jahr mit abgesagten Weihnachtsmärkten dafür, dass es sich die Menschen im Advent zu Hause früher gemütlich machen? Beim Weihnachtsbaumkauf gibt es ja eigentlich deutsche Traditionen.

O Tannenbaum: Machen es sich die Deutschen im Corona-Jahr früher zu Hause mit geschmücktem Grün gemütlich? Eigentlich ist es Tradition, den Weihnachtsbaum erst kurz vor Heiligabend zu kaufen. So kennen es viele, und so wird es durchweg auch in deutschen Filmen und Serien erzählt. Doch 2020, im Jahr der abgesagten Weihnachtsmärkte, haben schon auffällig viele Menschen in den sozialen Medien am ersten Advent ihren geschmückten Baum im Wohnzimmer gezeigt - freilich meist wohl nur aus Plastik.

Bis in die 80er Jahre dominierte in der Bundesrepublik die Rotfichte als Weihnachtsbaum, seit den 90ern sei es die gut gewachsene und satt-grüne Nordmanntanne, heißt es vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Deren Samen seien in Mitteleuropa in Massen - vor allem aus Georgien - erst seit Michail Gorbatschows «Perestroika» für die damalige Sowjetunion verfügbar. Nach genügend Jahren Wachstum der ersten Bäume hierzulande sei die Nordmanntanne der Tannenbaum schlechthin - mit heute etwa 80 Prozent Marktanteil.

Der Weihnachtsbaumerzeuger-Verband in Bühl bei Baden-Baden erwartet trotz Corona auch 2020 ein traditionelles Verhalten beim Tannenbaumkauf. Die «stille Masse» posiere nicht schon jetzt in sozialen Medien mit einem geschmückten Baum im Wohnzimmer, sagt Geschäftsführer Martin Rometsch.

Die meisten der etwa 22 Millionen echten Weihnachtsbäume werden demnach rund um den vierten Advent verkauft. Der Gipfel werde also diesmal etwa am 19. Dezember erwartet, dem Samstag vor dem vierten Advent. Da Heiligabend auf einen Donnerstag falle, gingen viele wohl auch erst am 21., 22. und 23. Dezember auf Baum-Suche.

So sieht man es auch in deutschen Filmen und Serien. In der neuen Netflix-Miniserie «Über Weihnachten» mit Luke Mockridge gehen die Söhne der Familie erst an Heiligabend los und sind so spät dran, dass es keinen guten Baum mehr gibt und sie in ihrer Not ausgerechnet den Tannenbaum der Kirchengemeinde absägen - und so für einen Eklat sorgen.

Legendär ist zudem Loriots «Weihnachten bei Hoppenstedts», wo das Schmücken des Baums ein wichtiger Arbeitsschritt im Ablauf des Heiligen Abends ist und der Vater sagt: «Jetzt wird erst der Baum fertig geschmückt, dann sagt Dicki ein Gedicht auf, dann holen wir die Geschenke rein, dann sehen wir uns die Weihnachtssendung im Ersten Programm an, dann wird ausgepackt, und dann machen wir's uns gemütlich...»

Und Evelyn Hamann als Mutti antwortet: «Nein, Walter, erst holen wir die Geschenke rein, dann sagt Dicki ein Gedicht auf und wir packen die Geschenke aus, dann machen wir erstmal Ordnung, dabei können wir fernsehen, und dann wird's gemütlich.»

(dpa)

Höchstwert: 487 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

05:58
02.12.2020
In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17 270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18 633 neue Fälle hinzukamen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17 123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1 084 743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund
779 500 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

(dpa)

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